Schweden hat vor wenigen Wochen einen bedeutenden Schritt für die Anerkennung der Gebärdensprache gemacht: Die zweite gehörlose Gebärdensprachprofessorin wurde an der Fakultät für Linguistik mit Schwerpunkt Zweisprachigkeit ernannt. Diese Ernennung zeigt, dass die Forschung zur Gebärdensprache an Bedeutung gewinnt und weiter gefördert wird.
Wer ist die neue Professorin?
Die neue Professorin, Ingela Holmström, hat bereits einen großen Einfluss auf die Linguistik. Sie betrachtet ihre Ernennung als Erfolg für die gesamte Gebärdensprachgemeinschaft.
- „Als Professorin geht es nicht nur um Forschung und Lehre, sondern ich habe auch eine Führungsrolle übernommen“, sagt Holmström.
Der erste gehörlose Professor in Schweden wurde bereits 2019 ernannt. Mit der zweiten Professur wird deutlich, dass das Interesse an der Gebärdensprachforschung wächst. Holmström wird sich besonders mit Zweisprachigkeit beschäftigen. Ihre Forschung konzentriert sich darauf, wie die Interaktion zwischen Schwedischer Gebärdensprache und Schwedisch das Lernen und die Kommunikation beeinflusst. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie sowohl gehörlose als auch hörende Menschen starke zweisprachige Fähigkeiten entwickeln können. Dies soll zur Integration der Gebärdensprachen in die Gesellschaft beitragen.
Herausforderungen auf dem Weg zur Professur
Ingela Holmström berichtet, dass sie während ihres Studiums große Herausforderungen meistern musste. Besonders das wissenschaftliche Arbeiten auf Englisch stellte eine Hürde dar.
- „Als ich 2008 als Doktorandin anfing, konnte ich kaum einen Satz auf Englisch schreiben, und ich hatte wirklich mit der Sprache zu kämpfen, weil es extrem schwierig war, wissenschaftliche Texte auf Englisch zu lesen“, erklärt sie.
Trotz dieser Schwierigkeiten hat sie ihren Weg erfolgreich gemeistert und ist nun eine der wenigen gehörlosen Professorinnen weltweit.
Fazit: Ein wichtiger Schritt für die Gebärdensprachgemeinschaft
Die Ernennung von Ingela Holmström zur zweiten gehörlosen Gebärdensprachprofessorin in Schweden ist ein bedeutender Meilenstein. Sie zeigt, dass die wissenschaftliche Forschung zur Gebärdensprache wächst und an Relevanz gewinnt. Holmströms Arbeit wird dazu beitragen, das Verständnis für Zweisprachigkeit bei Gehörlosen zu vertiefen und die Integration der Gebärdensprache in die Gesellschaft weiter zu stärken. Dies ist ein großer Erfolg für die Gebärdensprachgemeinschaft in Schweden – und weltweit.
Foto/Film: Johanna Kankkonen/SVT

