In Aachen gab es einen großen Einsatz für die Rettungskräfte. Bei einer Feier im Gehörlosen-Zentrum wurden viele Gäste plötzlich krank. Sie hatten starke Magen-Darm-Beschwerden. 17 Menschen mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Der Grund war wahrscheinlich verdorbener Kartoffelsalat.
Ein schöner Nachmittag endete plötzlich schlecht
Im Hörgeschädigten-Zentrum in der Talbotstraße feierten viele Menschen zusammen. Es war ein schöner Nachmittag. Doch dann ging es vielen Gästen plötzlich schlecht. Sie klagten über starke Bauchschmerzen und Übelkeit.
Am Ende mussten 17 Menschen in Krankenhäuser in der Umgebung gebracht werden. Zuerst wusste niemand genau, warum so viele Menschen krank wurden. Jetzt hat die Polizei in Aachen eine Erklärung gefunden: Der Kartoffelsalat war wohl verdorben. Grund dafür waren die hohen Temperaturen an diesem Tag. Alle 17 kranken Gäste hatten vorher von diesem Kartoffelsalat gegessen.
Alarm wegen einer bewusstlosen Person
Der Rettungsdienst wurde zuerst wegen einer bewusstlosen Person gerufen. Als die ersten Helfer ankamen, fanden sie aber noch mehr kranke Menschen. Fünf weitere Personen lagen zum Teil auch am Boden.
Alle diese Menschen hatten die gleichen Beschwerden: Übelkeit, Schwindel und Erbrechen. Die Einsatzkräfte merkten schnell, dass das ein größeres Problem war. Deshalb lösten sie sofort die Alarmstufe MANV aus. MANV bedeutet: Massenanfall von Verletzten. Diese Alarmstufe wird ausgelöst, wenn viele Menschen gleichzeitig Hilfe brauchen.
Dolmetscherinnen halfen den gehörlosen Gästen
Immer mehr Gäste meldeten sich krank. Deshalb wurde die Alarmstufe schnell weiter erhöht. Am Ende waren zehn Rettungswagen und mehrere Notärzte vor Ort. Auch die Johanniter-Unfall-Hilfe half bei dem Einsatz.
Viele der Gäste waren gehörlos. Deshalb war die Verständigung wichtig. Zum Glück waren schon Dolmetscherinnen bei dem Fest dabei. Sie übersetzten in Gebärdensprache. So konnten die Helfer besser verstehen, was den Menschen fehlte.
Die Feuerwehr prüfte außerdem das Gebäude. Sie wollte sicher sein, dass keine Gefahr durch Gas besteht. Die Feuerwehr maß die Luft im Gebäude. Kohlenmonoxid oder andere gefährliche Gase konnten als Ursache aber ausgeschlossen werden. Der Grund für die Erkrankungen war also nicht die Luft im Gebäude, sondern der verdorbene Kartoffelsalat.
Warum wird Essen bei Hitze schnell schlecht?
Bei hohen Temperaturen vermehren sich Bakterien im Essen sehr schnell. Besonders gefährlich sind Speisen mit Mayonnaise, Sahne oder Eiern. Kartoffelsalat gehört oft dazu. Wenn solches Essen zu lange in der Sonne oder in der Wärme steht, können sich Bakterien stark vermehren. Diese Bakterien machen Menschen krank. Typische Beschwerden sind dann Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall.
Tipps für Grillfeste und Sommerfeste bei Hitze
Wer im Sommer ein Fest plant, sollte auf einige Dinge achten. Hier sind wichtige Tipps:
Essen kühl halten. Speisen mit Mayonnaise, Sahne oder Eiern gehören in den Kühlschrank oder in eine Kühlbox. Sie sollten nicht lange in der Sonne stehen.
Zeit im Blick behalten. Faustregel: Salate mit Mayonnaise sollten nicht länger als zwei Stunden bei Zimmertemperatur oder in der Wärme stehen. Bei großer Hitze sogar noch kürzer.
Sauberkeit beachten. Hände, Schneidebretter und Küchengeräte sollten vor dem Kochen gründlich gewaschen werden. Das verringert das Risiko von Keimen im Essen.
Essen abdecken. Fliegen und Insekten können Keime übertragen. Deshalb sollte Essen bei einem Fest immer abgedeckt sein.
Ist es gut, wenn Gäste Salate von zu Hause mitbringen?
Das ist nicht immer eine gute Idee. Der Grund: Man weiß nicht genau, wie das Essen zu Hause zubereitet wurde. War die Küche sauber? Wurde das Essen richtig gekühlt? Wie lange stand der Salat schon vor der Feier herum?
Diese Fragen kann man bei mitgebrachtem Essen oft nicht sicher beantworten. Deshalb ist das Risiko bei selbst mitgebrachten Speisen höher als bei Essen aus einer professionellen Küche.
Ist ein Partyservice die bessere Wahl?
Ja, ein Partyservice kann oft sicherer sein. Ein professioneller Partyservice muss bestimmte Hygiene-Regeln einhalten. Diese Regeln sind gesetzlich vorgeschrieben. Ein Partyservice hat meist auch die richtigen Kühlmöglichkeiten für Transport und Lagerung. Das senkt das Risiko von verdorbenem Essen.
Wer trotzdem selbst kocht oder Gäste Essen mitbringen lässt, sollte besonders auf Kühlung und kurze Standzeiten achten. So kann man das Risiko einer Lebensmittel-Vergiftung deutlich verringern.
Der Vorfall in Aachen zeigt: Auch bei einer schönen Feier kann falsch gelagertes Essen schnell zu einem ernsten Problem werden. Mit ein paar einfachen Vorsichtsmaßnahmen lässt sich so etwas aber meistens vermeiden.

