Viele Gehörlose haben im Alltag mit verschiedenen Herausforderungen zu kämpfen. Eine der größten Schwierigkeiten entsteht, wenn es darum geht, mit Banken zu kommunizieren. Banken sind oft sehr streng bei der Frage, wie sie sensible Daten weitergeben und mit wem sie telefonieren. Für Gehörlose stellt dies ein weiteres Hindernis dar, da sie häufig auf Gebärdensprachdolmetscher angewiesen sind, um mit den Bankmitarbeitern zu sprechen. Eine mögliche Lösung stellt der Tess Relay-Service dar. Doch wie funktioniert dieser Service bei der Kommunikation mit Banken, und warum gibt es immer noch Schwierigkeiten? In diesem Artikel erläutern wir, wie Tess Relay genutzt werden kann und warum Banken aus Datenschutz- und Sicherheitsgründen manchmal Schwierigkeiten haben, Auskünfte zu erteilen.
Was ist Tess Relay?
Tess Relay ist ein Kommunikationsdienst, der es Gehörlosen ermöglicht, über Dolmetscher mit anderen zu sprechen. Dieser Dienst vermittelt eine Verbindung zwischen einer gehörlosen Person und einem Dolmetscher, der in Echtzeit gesprochene Sprache in Gebärdensprache übersetzt und umgekehrt. Das Besondere an Tess Relay ist, dass der Dolmetscher über ein Telefon oder eine andere Kommunikationsplattform vermittelt wird, wodurch Gehörlose ohne Einschränkungen telefonieren können. Besonders nützlich ist dieser Service für die Kommunikation mit Banken oder anderen Institutionen, bei denen normalerweise keine Gebärdensprachdolmetscher vor Ort sind.
Wie funktioniert Tess Relay bei der Kommunikation mit Banken?
Wenn ein Gehörloser eine Bank anruft oder von der Bank kontaktiert wird, kann er Tess Relay verwenden, um sich mit einem Dolmetscher zu verbinden. Dieser Dolmetscher hilft dabei, die Kommunikation zwischen der gehörlosen Person und der Bank zu ermöglichen. Der Dolmetscher übersetzt die gesprochenen Worte in Gebärdensprache und umgekehrt, so dass beide Parteien verstehen, was gesagt wird. In vielen Fällen ist dies eine wichtige Unterstützung, insbesondere bei komplexen Finanzangelegenheiten, bei denen Missverständnisse zu Problemen führen können.
Um Tess Relay bei der Kommunikation mit einer Bank zu nutzen, sollte die gehörlose Person die Bank im Vorfeld informieren, dass sie diesen Service verwenden wird. Dabei kann es hilfreich sein, den Service als „telefonische Vermittlung“ anzukündigen, um Missverständnisse zu vermeiden und den Prozess zu vereinfachen. Es ist jedoch zu beachten, dass Banken nicht immer bereit sind, den Service zu akzeptieren.
Warum lehnen Banken oft die Nutzung von Tess Relay ab?
Obwohl Tess Relay eine sehr nützliche Lösung für Gehörlose darstellt, gibt es einige Hürden, die es schwierig machen, diesen Service bei Banken zu nutzen. Die größten Hürden liegen in den Bereichen Datenschutz und Sicherheit.
- Datenschutzbestimmungen: Banken müssen sicherstellen, dass alle Informationen, die sie mit ihren Kunden teilen, geschützt sind. Wenn ein Dolmetscher über Tess Relay vermittelt wird, gibt es Bedenken, dass sensible Informationen möglicherweise an Dritte weitergegeben werden könnten. Diese Sorge ist besonders dann vorhanden, wenn der Dolmetscher nicht direkt von der Bank beauftragt wird, sondern von einem externen Service kommt.
- Sicherheitsbedenken: Banken haben sehr strenge Sicherheitsprotokolle, insbesondere wenn es um persönliche Informationen geht. Sie müssen sicherstellen, dass sie nur mit der richtigen Person sprechen und keine sensiblen Daten an Unbefugte weitergeben. Wenn ein Dolmetscher eingeschaltet wird, kann es schwierig sein, sicherzustellen, dass die Kommunikation tatsächlich mit der richtigen Person stattfindet, insbesondere wenn keine vorherige Identifikation der gehörlosen Person erfolgt.
Die richtige Vorgehensweise: Tess Relay richtig nutzen
Um die Kommunikation mit Banken über Tess Relay erfolgreich zu gestalten, gibt es einige Dinge, die Gehörlose im Vorfeld tun können:
- Ankündigung des Services: Es ist ratsam, die Bank vorab darüber zu informieren, dass der Tess Relay-Service genutzt wird. So können die Bankmitarbeiter sich besser auf den Vorgang einstellen und gegebenenfalls bereits Vorkehrungen treffen, um sicherzustellen, dass die Kommunikation sicher und korrekt abläuft.
- Sicherheitsvorkehrungen klären: Es kann hilfreich sein, mit der Bank im Voraus zu klären, wie die Sicherheit der Kommunikation gewährleistet wird. Dies könnte zum Beispiel durch eine Identitätsprüfung der gehörlosen Person geschehen, bevor der Dolmetscher zugeschaltet wird.
- Fragen zur Datenschutzerklärung stellen: Gehörlose sollten sich im Vorfeld über die Datenschutzrichtlinien der Bank informieren und gegebenenfalls um eine schriftliche Bestätigung bitten, dass ihre Daten auch bei der Nutzung von Tess Relay sicher bleiben.
Fazit
Tess Relay bietet Gehörlosen eine wertvolle Möglichkeit, mit Banken zu kommunizieren und ihre finanziellen Angelegenheiten zu regeln. Allerdings gibt es aufgrund von Datenschutz- und Sicherheitsbedenken immer noch Hürden, die es Gehörlosen erschweren können, diesen Service in vollem Umfang zu nutzen. Es ist daher wichtig, die Bank im Vorfeld über die Nutzung von Tess Relay zu informieren und mögliche Sicherheitsvorkehrungen zu klären, um Missverständnisse zu vermeiden und eine reibungslose Kommunikation zu gewährleisten. Gehörlose sollten sich bewusst sein, dass Banken aus rechtlichen und sicherheitsrelevanten Gründen manchmal die Nutzung von Tess Relay ablehnen oder Einschränkungen bei der Auskunftserteilung vornehmen können.
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