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Gehören CODA/KODA zur Gehörlosengemeinschaft?

by info@deaf24.com

Viele Gehörlose fragen sich: „Gehören CODA oder KODA zu unserer Gehörlosengemeinschaft?“
Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, weil es verschiedene Meinungen dazu gibt. Wichtig ist, zu verstehen, was „CODA“ oder „KODA“ bedeutet und wie diese Menschen aufwachsen. In diesem Text erklären wir alles ganz klar und ausführlich.

Was sind CODA und KODA?

  • CODA bedeutet: Children of Deaf Adults = hörende erwachsene Kinder gehörloser Eltern.
  • KODA bedeutet: Kids of Deaf Adults = hörende Kinder gehörloser Eltern (also noch jung).

Ein CODA oder KODA ist nicht gehörlos, sondern hörend, aber die Eltern sind gehörlos. Diese Kinder wachsen von Anfang an mit Gebärdensprache auf. Sie lernen von klein auf die Gehörlosenkultur kennen: Wie Gehörlose leben, wie sie kommunizieren, wie sie denken. Viele CODA/KODA sprechen sehr gut Gebärdensprache und fühlen sich in der Gehörlosengemeinschaft zuhause.

Gehören CODA/KODA zur Gehörlosengemeinschaft?

Das ist eine schwierige Frage. Es gibt zwei Sichtweisen:

Ja – sie gehören zur Gemeinschaft

Viele sagen: Ja, CODA/KODA gehören zur Gehörlosengemeinschaft, aber auf eine andere Weise. Warum?

  • Sie wachsen mit Gebärdensprache auf – oft sogar als Erstsprache.
  • Sie verstehen die Werte, Normen und die Kultur der Gehörlosengemeinschaft.
  • Sie besuchen oft Gehörlosenveranstaltungen, kennen viele Gehörlose und fühlen sich wohl.
  • Sie übersetzen oder dolmetschen oft früh für ihre Eltern, z. B. bei Arztbesuchen oder Behörden.
  • CODA/KODA verstehen die Probleme der Gehörlosen, weil sie sie als Familie miterleben.
  • Viele CODAs kämpfen als Erwachsene für die Rechte der Gehörlosen – als Dolmetscher, Sozialarbeiter oder politische Aktivisten.

Einige CODAs fühlen sich mehr zu den Gehörlosen zugehörig als zur hörenden Welt. Deshalb sagen viele Gehörlose: CODA/KODA sind ein wichtiger Teil unserer Gemeinschaft – auch wenn sie hören können.

Nein – sie sind nicht Teil der Gehörlosengemeinschaft

Andere sagen: Nein, CODA/KODA gehören nicht wirklich dazu, weil sie hörend sind.
Warum?

  • Sie erleben keine Barrieren, wie Gehörlose sie erleben.
  • Sie leben in zwei Welten – aber sie können sprechen und hören, was viele Vorteile bringt.
  • Sie sind keine Mitglieder der Minderheitengruppe Gehörlose, sondern Teil der hörenden Mehrheitsgesellschaft.
  • Manche CODAs fühlen sich nicht als Teil der Gehörlosengemeinschaft, sondern mehr als „Außenstehende“.
  • Einige CODAs nutzen die Gebärdensprache nur wenig oder distanzieren sich später von der gehörlosen Welt.

Deshalb gibt es auch Gehörlose, die sagen: CODAs sind zwar mit uns verbunden, aber sie sind keine Gehörlosen und damit nicht voll Teil unserer Community.

Wie sehen sich CODAs selbst?

Auch CODAs haben unterschiedliche Meinungen über ihre Identität:

  • Einige sagen: „Ich bin Teil der Gehörlosengemeinschaft, ich bin mit Gebärdensprache aufgewachsen.“
  • Andere sagen: „Ich bin ein Brückenmensch – zwischen der gehörlosen und der hörenden Welt.“
  • Manche sagen: „Ich bin hörend, aber ich habe eine starke Verbindung zur Gehörlosengemeinschaft.“
  • Wieder andere sagen: „Ich bin hörend und habe zwar gehörlose Eltern, aber ich lebe eher in der hörenden Welt.“

In vielen Ländern gibt es deshalb eigene Gruppen für CODAs (zum Beispiel „CODA International“). Sie bieten Austausch, Treffen, Freizeitangebote und Unterstützung speziell für diese besondere Gruppe an. In Deutschland gibt es auch KODA-Projekte, z. B. Ferienlager oder Beratung, wo hörende Kinder von gehörlosen Eltern sich treffen und austauschen können.

Fazit

CODA/KODA sind nicht gehörlos, aber sie sind sehr eng mit der Gehörlosengemeinschaft verbunden – vor allem sprachlich, kulturell und familiär.
Ob sie zur Gehörlosengemeinschaft gehören oder nicht, hängt davon ab, wie man „Zugehörigkeit“ definiert:

  • Wer sagt: „Nur gehörlose Menschen gehören dazu“, sieht CODAs als außenstehend.
  • Wer sagt: „Zur Gehörlosengemeinschaft gehören auch Menschen, die die Sprache und Kultur kennen und leben“, sieht CODAs als Teil davon.

Wichtig ist: CODA/KODA sind Brückenmenschen. Sie leben zwischen zwei Welten – der gehörlosen Welt und der hörenden Welt.
Sie können eine große Unterstützung sein – für ihre Eltern, für die Gehörlosengemeinschaft, für Inklusion und für die Zukunft. Ihre Rolle verdient Anerkennung und Respekt.

Bild von Mabel Amber, who will one day auf Pixabay

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