Home LifestyleRatgeberSchwerbehinderung: Anspruch auf Nachteilsausgleiche auch bei GdB unter 50

Schwerbehinderung: Anspruch auf Nachteilsausgleiche auch bei GdB unter 50

by info@deaf24.com

Menschen mit einem Grad der Behinderung (GdB) ab 50 gelten als schwerbehindert und erhalten besondere rechtliche Vorteile. Doch auch bei einem niedrigeren GdB gibt es wichtige Nachteilsausgleiche, die helfen können. Daher ist es sinnvoll, einen Antrag auf Feststellung des GdB zu stellen. Dieser Artikel erklärt, welche Vorteile bereits ab einem GdB von 20 oder 30 bestehen und wie der GdB ermittelt wird.

Gleichstellung bietet wichtige Vorteile

Bereits ab einem GdB von 30 oder 40 können Betroffene eine Gleichstellung mit Schwerbehinderten beantragen (§ 2 Abs. 3 SGB IX). Dies bringt Vorteile wie:

  • Kündigungsschutz im Job
  • Begleitende Hilfen im Arbeitsleben

Für diese Gleichstellung ist ein Antrag erforderlich. Medizinische Unterlagen, die die Einschränkungen nachweisen, sind notwendig.

Pauschbetrag für die Steuer: Unterstützung ab GdB 20

Menschen mit Behinderung haben oft zusätzliche Kosten. Der sogenannte Pauschbetrag kann von der Steuer abgesetzt werden:

  • GdB 20: 384 Euro
  • GdB 30: Höherer Pauschbetrag
  • GdB 40: Weitere Erhöhung

Je höher der GdB, desto mehr finanzielle Entlastung gibt es.

Der Grad der Behinderung: Was bedeutet er?

Der GdB wird in Schritten von 10 bis 100 festgelegt:

  • GdB 10: Keine rechtlichen Vorteile
  • GdB 20 bis 40: Erste Nachteilsausgleiche, wie der Pauschbetrag
  • GdB 50 und höher: Schwerbehindertenausweis und viele Vorteile, z. B. Vergünstigungen bei Steuer, Arbeit und Rente

Beispiele:

  • Leichte Arthrose: GdB 10-20
  • Mittlere Migräne: GdB 20-30
  • Schwerwiegende Erkrankungen: GdB 50 oder mehr

Wie wird der GdB festgestellt?

Der GdB wird auf Basis medizinischer Gutachten vom Versorgungsamt festgelegt. Dafür wichtig:

  1. Berichte und Atteste von behandelnden Ärzten
  2. Gesamteinschätzung: Einzelne Einschränkungen werden kombiniert bewertet, nicht einfach addiert
  3. Einschränkungen im Alltag: Entscheidend ist, wie stark die Gesundheit das tägliche Leben beeinflusst

Wichtig: Einzelgrade können kombiniert werden

Ein GdB kann sich erhöhen, wenn mehrere Einschränkungen vorliegen, die sich gegenseitig verstärken. Zum Beispiel:

  • Schwerhörigkeit + eingeschränktes Sehvermögen = höherer GdB

Einzelgrade von GdB 10 werden jedoch nicht berücksichtigt.

Keine Nachteilsausgleiche bei GdB 10

Ein GdB von 10 bedeutet eine leichte Einschränkung, hat aber keine rechtlichen Vorteile. Mehrere GdB-10-Bewertungen führen auch nicht zu einem höheren GdB.

Fazit: Antrag lohnt sich

Wenn du gesundheitliche Probleme hast, wie starke Allergien, Migräne oder Arthrose, solltest du einen Antrag auf Feststellung des GdB stellen. Auch bei einem niedrigeren GdB gibt es wichtige Vorteile, die dein Leben erleichtern können.

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