Home LifestyleVerbraucherWasser-Test im Urlaub: Was sagen ppm-Werte wirklich aus?

Wasser-Test im Urlaub: Was sagen ppm-Werte wirklich aus?

by info@deaf24.com

Ein Social-Media-Beitrag zeigt Wasser-Messungen aus Österreich und Grainau. Ein kleiner Filter soll den gemessenen Wert deutlich senken. Doch was bedeutet das eigentlich?

Eine Reisende berichtet auf Instagram über ihre Erfahrungen mit einem mobilen Wasserfilter. Zuerst war sie in Österreich unterwegs. Danach machte sie Urlaub in Grainau an der Zugspitze.

Während ihrer Reise testete sie das Leitungswasser mit einem Messgerät.

Für Grainau nennt sie einen Wert von 121 ppm. Nach der Verwendung des Produkts „Mini Touch Flexible“ zeigte das Gerät laut ihrem Beitrag 15 ppm.

Auch aus Österreich nennt sie Werte. Dort soll das Leitungswasser 219 ppm erreicht haben. Nach der Filterung wurden laut Beitrag 17 ppm gemessen.

Die Zahlen klingen zunächst deutlich.

Aber was sagen diese Werte tatsächlich aus?

 

Was bedeutet ppm?

PPM bedeutet „parts per million“. Bei solchen kleinen Wasser-Messgeräten steht der Wert häufig für einen sogenannten TDS-Wert.

TDS bedeutet „Total Dissolved Solids“. Gemeint ist damit vereinfacht die Menge der gelösten Stoffe im Wasser.

Dazu können unter anderem Mineralstoffe und Salze gehören.

Ein TDS-Messgerät misst jedoch nicht jeden einzelnen Stoff direkt. Häufig wird die elektrische Leitfähigkeit des Wassers gemessen. Daraus wird ein TDS-Wert berechnet.

Deshalb ist ein ppm-Wert nur eine grobe Information über die gelösten Stoffe.

 

15 ppm bedeutet nicht automatisch „besser“

Im Instagram-Beitrag wird ein deutlicher Unterschied gezeigt:

121 ppm vor der Filterung und 15 ppm danach.

Das bedeutet, dass sich der gemessene Wert deutlich verändert hat.

Daraus kann man aber nicht automatisch ableiten, dass das Wasser mit 15 ppm gesundheitlich besser ist.

Denn der TDS-Wert sagt nicht, welche Stoffe im Wasser vorhanden sind.

Auch Mineralstoffe können den TDS-Wert erhöhen.

Ein höherer Wert ist deshalb nicht automatisch ein Hinweis auf schlechtes Wasser.

Umgekehrt bedeutet ein sehr niedriger TDS-Wert nicht automatisch, dass das Wasser vollständig frei von unerwünschten Stoffen ist.

 

Was kann ein TDS-Messgerät nicht zeigen?

Mit einem einfachen TDS-Messgerät kann man nicht die gesamte Trinkwasserqualität überprüfen.

Das Gerät kann beispielsweise nicht allein feststellen, ob Wasser mikrobiologisch einwandfrei ist.

Auch die genaue Menge bestimmter Schadstoffe lässt sich damit nicht bestimmen.

Wer die Qualität seines Trinkwassers genau untersuchen möchte, benötigt deshalb je nach Fragestellung eine entsprechende Laboranalyse.

Das ist ein wichtiger Unterschied zwischen einem einfachen Messwert und einer umfassenden Wasseruntersuchung.

 

Was bedeutet der Test für das Leitungswasser?

Der Beitrag zeigt Werte aus zwei verschiedenen Regionen.

Das ist interessant, weil Trinkwasser unterschiedliche Eigenschaften haben kann. Die Zusammensetzung hängt unter anderem von der Herkunft des Wassers und der regionalen Wasserversorgung ab.

Ein einzelner TDS-Wert reicht jedoch nicht aus, um die Qualität des Leitungswassers einer ganzen Gemeinde zu beurteilen.

Für Deutschland gelten gesetzliche Anforderungen an Trinkwasser. Die Trinkwasserverordnung enthält unter anderem Vorgaben für mikrobiologische und chemische Parameter.

Deshalb sollte ein einzelner Wert auf einem TDS-Messgerät nicht mit einer vollständigen Trinkwasseranalyse verwechselt werden.

 

Was passiert bei der Filterung?

Nach den Angaben im Social-Media-Beitrag sinkt der angezeigte Wert nach der Filterung deutlich.

Das zeigt zunächst eine Veränderung des gemessenen Parameters.

Welche Stoffe tatsächlich entfernt werden, hängt aber von der verwendeten Filtertechnik ab.

Deshalb ist es für Verbraucher wichtig, die Angaben des Herstellers zu beachten.

Interessant sind dabei vor allem Fragen wie:

Welche Stoffe kann der Filter entfernen?

Welche Leistung wurde unabhängig geprüft?

Wie lange funktioniert der Filter zuverlässig?

Welche Wartung ist notwendig?

Diese Informationen sind aussagekräftiger als ein einzelner ppm-Wert.

 

Der Rabattcode

Im Beitrag wird außerdem ein Rabattcode genannt. Damit können Interessierte beim Kauf des Produkts nach den Angaben im Beitrag 10 Prozent Rabatt erhalten.

Für Verbraucher ist deshalb eine klare Trennung wichtig:

Ein persönlicher Erfahrungsbericht zeigt, was eine einzelne Person mit einem Produkt erlebt oder gemessen hat.

Ein unabhängiger Produkttest verfolgt dagegen andere Kriterien und benötigt nachvollziehbare Testbedingungen.

Der vorliegende Beitrag ist daher vor allem als persönlicher Erfahrungsbericht mit Produktbezug zu verstehen.

 

Fazit von Deaf24

Der Wasser-Test aus Grainau ist interessant. Besonders auffällig ist der Unterschied zwischen dem gemessenen Wert des Leitungswassers und dem Wert nach der Filterung.

Doch die Zahlen müssen richtig eingeordnet werden.

121 ppm bedeutet nicht automatisch schlechtes Wasser.

15 ppm bedeutet nicht automatisch besseres oder gesünderes Wasser.

Der TDS- beziehungsweise ppm-Wert kann eine zusätzliche Information sein. Er ersetzt aber keine umfassende Untersuchung der Trinkwasserqualität.

Wer einen Wasserfilter kaufen möchte, sollte deshalb nicht nur auf einen einzelnen Messwert achten. Wichtig sind auch die verwendete Filtertechnik, die Herstellerangaben, unabhängige Prüfungen und die Frage, welche Stoffe tatsächlich reduziert werden.

Deaf24 bewertet mit diesem Beitrag weder das Produkt noch das Leitungswasser in Grainau.

Unser Ziel ist es, den Unterschied zwischen einem einfachen Messwert und einer umfassenden Aussage über die Wasserqualität verständlich zu machen.

Denn eine Zahl auf dem Display kann interessant sein – sie erzählt aber nicht die ganze Geschichte über unser Trinkwasser.

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