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Leben als Gehörloser im Kriegsgebiet Gaza

by info@deaf24.com

Der Krieg in Gaza trifft alle Menschen schwer. Doch für gehörlose Menschen ist es noch schwieriger. Sie hören keine Warnungen, keine Sirenen, keine Anweisungen. Einer von ihnen ist Bassem Al-Habal. Er lebt mit seiner Familie in einer Schule, die zu einer Notunterkunft umgebaut wurde. Jeden Tag kämpft er ums Überleben – und zeigt der Welt in Gebärdensprache, wie das Leben im Krieg wirklich ist.

Videos aus dem Kriegsgebiet – in Gebärdensprache

Bassem Al-Habal ist gehörlos. Jeden Tag filmt er sein Leben im Kriegsgebiet und zeigt es auf Instagram. Er benutzt europäische Gebärdensprache, damit viele Menschen ihn verstehen können. Er will zeigen, was in Gaza wirklich passiert. Seine Videos erreichen inzwischen mehr als 25.000 Follower.

Bassem sagt:

„Ich wollte eine Botschaft an die Gehörlosengemeinschaft in der ganzen Welt senden. Ich filme mein Leben, auch wenn Bomben fallen.“

Er vergleicht seine Arbeit mit Journalismus – nur eben in Gebärdensprache, für Menschen mit Hörbehinderung.

Hilfe durch seine Schwägerin

Bassem kann nicht mit allen Menschen kommunizieren. Deshalb hilft ihm seine Schwägerin Ghalia Al-Kilani. Sie hat Gebärdensprache gelernt, weil auch ihre Schwester gehörlos ist. Ghalia übersetzt für Bassem und hilft, seine Botschaften in die Welt zu tragen. Sie filmt, übersetzt und unterstützt ihn auch bei Interviews, zum Beispiel mit UN News.

Flucht, Hunger, Angst – das tägliche Leben

Vor sieben Monaten musste Bassem aus dem Norden des Gazastreifens fliehen. Seitdem lebt er mit seiner Familie in einem Klassenzimmer. Dort gibt es kaum Essen, kein sauberes Wasser und keine Medikamente. Er erzählt:

„Ich bin sehr müde und habe große Angst. Ich habe Angst um meine Frau und meine Tochter.“

Auf seinen Wegen bekommt Bassem manchmal Hilfsgüter wie Mehl vom UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA). Doch die Hilfe ist knapp, weil so viele Menschen betroffen sind. Rund 1,7 Millionen Menschen wurden in Gaza vertrieben, die Hälfte davon sind Kinder.

Gehörlos im Bombenkrieg

Für Gehörlose ist der Krieg besonders gefährlich. Sie hören die Bomben nicht, verstehen keine Warnungen und wissen oft nicht, wo sie hinfliehen sollen. Bassem trägt ein Hörgerät, aber das hilft ihm nur sehr wenig – er hört nur ein leises Echo.

Er berichtet, dass gehörlose Freunde im Norden gestorben sind, weil sie den Beschuss nicht hörten und nicht wussten, wohin sie gehen sollten. Einige wurden auch beim Versuch zu fliehen von Schüssen getroffen.

„Warum schaut die Welt zu und sagt nichts?“ fragt Bassem.

Hoffnung durch soziale Medien

Trotz aller Not gibt Bassem nicht auf. Er will anderen helfen. Wenn er traurige Kinder auf der Straße sieht, versucht er sie zum Lächeln zu bringen.

„Wichtig ist, dass die Kinder glücklich sind und keine Angst haben.“

Er sucht auch weiterhin nach Arbeit, obwohl das fast unmöglich ist. Seine Schwägerin Ghalia hilft ihm dabei, seine Beobachtungen in Gebärdensprache zu teilen. Gemeinsam erreichen sie viele Menschen im Internet.

Fazit: Eine starke Stimme für die Gehörlosen in Gaza

Bassem Al-Habal ist mehr als ein Überlebender. Er ist ein Sprachrohr für gehörlose Menschen im Krieg. Er zeigt der Welt, was in Gaza passiert – in Gebärdensprache. Trotz Angst, Hunger und Gefahr bleibt er mutig und engagiert. Seine Botschaft ist klar:
Auch gehörlose Menschen haben das Recht, gehört zu werden.

Foto: UN-Nachrichten

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