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Viele Gehörlose fragen sich: Kann der Staat für das Verbot der Gebärdensprache bestraft werden? Können Gehörlose Entschädigung fordern? Diese Frage ist sehr wichtig, weil das Verbot der Gebärdensprache großen Schaden angerichtet hat.
Wer war schuld am Verbot?
- Die Lehrer und Schulen
Nach dem Mailänder Kongress 1880 haben viele Schulen die Gebärdensprache verboten. Die Lehrer sagten, dass Gehörlose nur sprechen und Lippenlesen lernen sollen. Sie dachten, Gebärdensprache sei schlecht für die Entwicklung von Gehörlosen. - Der Staat
Der Staat hat die Schulen unterstützt, die Gebärdensprache verboten haben. Er hat Geld für Schulen gegeben, die nach der Methode des Oralismus unterrichtet haben. So wurde das Verbot indirekt vom Staat gefördert. - Die Gesellschaft
Viele hörende Menschen hatten Vorurteile. Sie dachten, Gehörlose müssen wie Hörende werden und dürfen nicht ihre eigene Sprache benutzen.
Was hat das Verbot der Gebärdensprache angerichtet?
- Gehörlose Kinder haben gelitten
Viele gehörlose Kinder durften in der Schule nicht mit den Händen sprechen. Sie wurden bestraft, wenn sie Gebärdensprache benutzt haben. Das Verbot hat die Kinder stark belastet und sie konnten sich nicht frei ausdrücken. - Bildungsprobleme
Ohne Gebärdensprache hatten viele Kinder große Schwierigkeiten, etwas zu lernen. Sie konnten den Unterricht nicht richtig verstehen, weil sie nur Lippenlesen sollten, was oft nicht gut funktioniert hat. - Verlust der Kultur
Durch das Verbot wurde die Gebärdensprache unterdrückt. Viele Gehörlose konnten ihre Sprache und Kultur nicht weitergeben. - Langfristige Schäden
Die Folgen spüren Gehörlose bis heute:- Weniger Chancen auf gute Bildung.
- Weniger Rechte im Alltag.
- Weniger Anerkennung ihrer Sprache und Kultur.
Kann man den Staat verklagen?
Gehörlose könnten überlegen, ob sie vom Staat Entschädigung verlangen. Aber es ist nicht einfach. Hier die wichtigsten Punkte:
- Warum könnte der Staat schuld sein?
- Der Staat hat Schulen finanziert, die Gebärdensprache verboten haben.
- Der Staat hat lange nichts gegen die Diskriminierung von Gehörlosen unternommen.
- Was ist eine Entschädigung?
Eine Entschädigung bedeutet, dass der Staat den Gehörlosen Geld gibt, weil sie durch das Verbot der Gebärdensprache Nachteile hatten. - Rechtliche Probleme
- Viele Gesetze von damals gelten heute nicht mehr. Es ist schwer zu beweisen, dass der Staat direkt schuld war.
- Manche Fälle sind rechtlich „verjährt“, das heißt, man kann sie nicht mehr vor Gericht bringen.
- Gibt es Beispiele aus anderen Ländern?
- Kanada: Dort haben Gehörlose Entschädigungen für Misshandlungen in Internaten erhalten, wo Gebärdensprache verboten war.
- Norwegen und Schweden: Dort haben sich die Regierungen offiziell bei den Gehörlosen entschuldigt, aber keine Zahlungen geleistet.
Was könnten Gehörlose fordern?
Wenn Gehörlose in Deutschland Entschädigung verlangen, könnten sie das auf verschiedene Weise tun:
- Finanzielle Entschädigung
Der Staat könnte Gehörlosen Geld zahlen, weil sie durch das Verbot der Gebärdensprache Nachteile hatten. - Förderung der Gebärdensprache
Der Staat könnte mehr Geld für Dolmetscher, Schulen und Projekte geben, um die Gebärdensprache und Gehörlosenkultur zu stärken. - Offizielle Entschuldigung
Der Staat könnte zugeben, dass das Verbot der Gebärdensprache ein Fehler war, und sich bei den Gehörlosen entschuldigen.
Was müsste getan werden?
- Gehörlose müssen sich zusammenschließen
Eine einzelne Person kann nichts erreichen. Es braucht eine starke Gemeinschaft, die Forderungen an den Staat stellt. - Rechtliche Unterstützung
Gehörlose könnten mit Anwälten prüfen, ob eine Klage gegen den Staat Erfolg haben könnte. - Politische Arbeit
Es braucht Politiker, die die Anliegen der Gehörlosen verstehen und unterstützen.
Fazit
Das Verbot der Gebärdensprache war ein großer Fehler. Es hat Gehörlosen ihre Rechte, Sprache und Kultur genommen. Ob der Staat dafür Entschädigung zahlen muss, ist eine schwierige Frage. Aber Gehörlose haben das Recht, diese Diskussion zu führen und für ihre Rechte zu kämpfen.

