In Jambes in Belgien gibt es eine neue Kita. Sie heißt „Les P’tits Signes“. Das bedeutet auf Deutsch: „Die kleinen Zeichen“. Der Name ist wichtig. Denn in dieser Kita lernen Kinder mit und ohne Hörbehinderung zusammen.
Die Kita ist besonders. Alle nutzen zwei Sprachen: Französisch und Gebärdensprache. So können alle Kinder miteinander kommunizieren. Das ist ein großer Schritt für mehr Inklusion.
Alltag in der Kita: Kommunikation ist der Schlüssel
In der Kita spielen, essen und lernen die Kinder zusammen. Dabei ist Kommunikation sehr wichtig.
Eine Betreuerin heißt Blerta. Sie ist von Geburt an gehörlos. Sie arbeitet jeden Tag mit den Kindern. Damit die Kinder sie verstehen, müssen sie sie anschauen. Das Gesicht ist sehr wichtig für die Kommunikation.
Blerta erklärt:
Kinder sollen immer vor ihr stehen. So können sie ihre Gebärden sehen. So verstehen sie besser, was sie meint.
Auch wenn Blerta die Kinder nicht hören kann, merkt sie, wenn ein Kind Hilfe braucht. Sie achtet sehr genau auf Mimik und Bewegung.
Teamarbeit zwischen hörenden und gehörlosen Fachkräften
Blerta arbeitet nicht allein. Sie hat eine Kollegin. Sie heißt Élodie und kann hören.
Die beiden arbeiten eng zusammen. Sie helfen sich gegenseitig:
- Blerta erklärt Gebärden
- Élodie erklärt gesprochene Sprache
- Beide übersetzen für Eltern und Kinder
Das ist ein echter Austausch. Beide lernen voneinander.
So entsteht ein starkes Team. Das hilft den Kindern sehr.
Besondere Ausstattung für mehr Sicherheit
Die Kita wurde speziell angepasst. Viele Dinge sind anders als in normalen Kitas.
Zum Beispiel:
- Es gibt Lichtsignale statt nur Alarm-Töne
- Farben zeigen den Tagesablauf (Essen, Spielen, Schlafen)
- Viele Räume haben Glaswände
Durch Glas können sich alle sehen. Blickkontakt ist wichtig für gehörlose Menschen.
Auch im Schlafraum wird darauf geachtet, dass Kinder nicht erschrecken. Türen werden vorsichtig geöffnet.
Kinder lernen schnell voneinander
In der Kita ist etwa jedes dritte Kind hörbehindert oder hat gehörlose Eltern.
Das Besondere: Hörende Kinder lernen Gebärdensprache ganz automatisch. Sie nutzen Hände und Gesicht zum Sprechen.
Auch gehörlose Kinder profitieren:
- Sie sind von Anfang an eingebunden
- Sie fühlen sich verstanden
- Sie entwickeln soziale Kontakte
Die Kinder wachsen gemeinsam auf. Unterschiede werden normal.
Herausforderung: Fachkräfte und Ausbildung
Ein solches Projekt ist nicht einfach. Es braucht gut ausgebildete Fachkräfte.
Ein Problem ist die Ausbildung:
- Gebärdensprache lernen dauert viele Jahre (oft 10 bis 12 Jahre)
- Viele Menschen denken, der Beruf passt nicht für gehörlose Personen
- Es gibt zu wenige Fachkräfte mit Gebärdensprachkenntnissen
Die Kita bietet deshalb Schulungen an. Mitarbeitende können Gebärdensprache lernen.
Das ist wichtig für die Zukunft.
Bedeutung für die Gesellschaft
Dieses Projekt zeigt: Inklusion kann funktionieren.
Die Kita ist ein Vorbild für andere Einrichtungen. Sie zeigt:
- Barrieren können abgebaut werden
- Kommunikation ist für alle möglich
- Vielfalt ist eine Stärke
Gerade für die gehörlose Community ist das wichtig. Kinder bekommen früh Zugang zu Sprache und Kultur.
Auch hörende Kinder profitieren. Sie lernen Offenheit und neue Kommunikationsformen.
Fazit
Die Kita „Les P’tits Signes“ ist mehr als nur ein Betreuungsort. Sie ist ein Ort der Begegnung.
Kinder mit und ohne Hörbehinderung wachsen hier gemeinsam auf. Sie lernen voneinander und miteinander.
Das Konzept zeigt: Inklusion beginnt schon im frühen Kindesalter.
Solche Projekte sind wichtig für eine gerechtere Gesellschaft. Sie helfen, Barrieren abzubauen und gegenseitiges Verständnis zu stärken.
Bild von tolmacho auf Pixabay

