In Brasilien hat ein Gericht entschieden: Gehörlose Menschen haben ein Recht auf einen Gebärdensprachdolmetscher bei der Theorieprüfung für den Führerschein. Das Gericht in Minas Gerais (ein Bundesstaat in Brasilien) sagt: Ohne Dolmetscher ist die Prüfung nicht fair für Gehörlose.
Ein gehörloser Mann hatte geklagt. Er wurde bei der Theorieprüfung durchgefallen – weil kein Dolmetscher für brasilianische Gebärdensprache (Libras) da war.
Die Richterin gab dem Mann Recht und berief sich auf die brasilianischen Gesetze, die das Recht auf Barrierefreiheit garantieren.
Der Fall: Gehörloser Mann fällt durch – ohne Dolmetscher
Der Kläger (also der gehörlose Mann) hat auf beiden Ohren eine Innenohr-Schwerhörigkeit (bilateral neurosensorisch). Das heißt: Er kann nicht hören und kommuniziert über Libras, die brasilianische Gebärdensprache.
Als er zur Führerscheinprüfung ging, musste er die Theorieprüfung ohne Dolmetscher machen. Er konnte die Aufgaben nicht gut verstehen – und fiel durch.
Gericht: Dolmetscher ist gesetzlich vorgeschrieben
Die Richterin Gabriela Andrade de Alencar Ramos entschied:
Der Mann hat ein Recht auf einen Dolmetscher, weil es in den brasilianischen Gesetzen so steht.
Die Richterin erklärte:
• Laut Gesetz 10.379/1991 müssen Behörden Dolmetscher für Gebärdensprache bereitstellen, wenn Menschen mit Behinderung es brauchen.
• Auch laut Verkehrsverordnung 558 (Contran) ist es erlaubt, dass gehörlose Menschen einen Dolmetscher bei der Prüfung haben dürfen.
Der Staat Minas Gerais hatte argumentiert:
„Für die Prüfung reicht Text und Lesen aus, kein Dolmetscher nötig.“
Doch das Gericht sagte: Das ist Diskriminierung! Gehörlose brauchen Dolmetscher, um die Inhalte wirklich zu verstehen.
Fazit: Wichtiges Urteil für Barrierefreiheit in Brasilien
Das Gericht in Brasilien hat klar gemacht:
Gehörlose haben ein Recht auf Dolmetscher bei Prüfungen – auch bei der Führerscheinprüfung.
Das Urteil ist ein wichtiger Schritt für Gleichberechtigung und Barrierefreiheit. Es zeigt:
• Wenn keine Dolmetscher da sind, haben Gehörlose nicht dieselben Chancen wie Hörende.
• Der Staat muss Dolmetscher organisieren, wenn gehörlose Menschen das wünschen.
Ein Vorbild auch für andere Länder – Gehörlose brauchen Zugang in ihrer Sprache!
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