Seit vielen Jahren bestehen in Bayern Herausforderungen für Gehörlose. Barrieren in Behörden, Krankenhäusern und bei der Gebärdensprachdolmetscher-Vermittlung (GSD) sind weiterhin ungelöst. Deaf24 stellt fest, dass der Landesverband Bayern der Gehörlosen e.V. in diesen Bereichen bislang nicht die gewünschten Fortschritte erzielt hat. Viele Gehörlose wünschen sich deshalb eine Neuausrichtung und frische Ideen.
Bernd Schneider, der bisherige Vorsitzende des Landesverband Bayern der Gehörlosen e.V., wurde nun als Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft der Gehörlosen gewählt. Nun möchte Elisabeth Kaufmann die neue 1. Vorsitzende des Landesverband Bayern der Gehörlosen e.V. werden. Sie verfügt über umfangreiche Erfahrung in der politischen Arbeit, da sie zuvor als 2. Vorsitzende beim Deutscher Gehörlosen-Bund e.V. tätig war. Ihre Ziele und Visionen für die Zukunft der Gehörlosen in Bayern sind klar definiert.
Die wichtigsten Ziele von Elisabeth Kaufmann
Einführung des Gehörlosengeldes vorantreiben
Seit über zehn Jahren setzen sich Gehörlosenorganisationen für die Einführung eines Gehörlosengeldes ein. Obwohl es bislang nicht umgesetzt wurde, ist es nun im Koalitionsvertrag und im Haushaltsplan 2026 verankert. Entscheidend ist, dass die Politik ihre Zusagen einhält. Dies kann nur durch gemeinsames und geschlossenes Engagement erreicht werden.
Förderung von Frauenpolitik, Inklusion und Gleichstellung
In Bayern sind viele gesellschaftliche Strukturen männlich geprägt. Um eine gleichberechtigte Teilhabe zu gewährleisten, sind gezielte Projekte und Initiativen erforderlich, die gleiche Rechte für alle fördern.
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Verbesserungen für gehörlose Senioren
Mit einer alternden Gesellschaft steigt der Bedarf an seniorengerechten Angeboten. Während Selbsthilfegruppen und Vereine wichtige soziale Netzwerke bieten, gibt es weiterhin Verbesserungsbedarf in der Seniorenpolitik. Besonders relevant sind barrierefreie Pflegeeinrichtungen, eine höhere Sensibilität für die Bedürfnisse gehörloser Senioren sowie eine verbesserte Gesundheitsversorgung. Das Kompetenzzentrum bietet bereits Beratung und Informationen, jedoch sind weiterführende Maßnahmen notwendig.
Optimierung der Gebärdensprachdolmetscher-Vermittlung
Die derzeitige Organisation der GSD-Vermittlung stößt auf erhebliche Herausforderungen. Eine nachhaltige Verbesserung der Struktur ist erforderlich, um die Vermittlung effizienter zu gestalten. Viele Bezirksverbände lösen sich auf, und die Organisation der GSD-Vermittlungen sollte stärker von der Gehörlosengemeinschaft selbst verwaltet werden. Eine zentrale GSD-Vermittlungsstelle für ganz Bayern könnte hier eine Lösung bieten.
5. Stärkung der politischen Zusammenarbeit
Für eine erfolgreiche Interessenvertretung ist eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Organisationen erforderlich. Eine verstärkte Kooperation mit Akteuren wie GMU, Kogeba, dem Bayerischen Gehörlosensportverband und weiteren Verbänden ist entscheidend, um politische Anliegen wirkungsvoll zu vertreten.
Fazit
Sollte Elisabeth Kaufmann zur Vorsitzenden gewählt werden, möchte sie sich gezielt für die Belange der Gehörlosen in Bayern einsetzen. Ihr Ziel ist es, eine einheitliche und solidarische Gemeinschaft zu schaffen. Durch eine verbesserte politische Arbeit sollen zentrale Themen wie Gehörlosengeld, GSD-Vermittlung, Gleichstellung und Seniorenpolitik nachhaltig vorangebracht werden.
Bild und Video: Screenshot Instagram / Instagram

