In einem grauenvollen Fall von sexuellem Missbrauch hat ein brasilianischer Landwirt zugegeben, über Jahre hinweg seine eigenen Töchter vergewaltigt und mit ihnen Kinder gezeugt zu haben. Der 56-jährige Antônio Custódio de Sousa wurde im Dezember 2010 festgenommen, nachdem er monatelang vor der Justiz geflohen war.
Geständnis eines Täters: Unwissenheit als Ausrede?
Während seiner Festnahme machte der Mann eine erschütternde Aussage: Er habe nicht gewusst, dass seine Taten strafbar seien. „Ich dachte, ich würde nichts Falsches tun“, erklärte er den anwesenden Journalisten. Die Polizei geht jedoch davon aus, dass die systematischen Missbräuche seit mindestens 15 Jahren stattfanden.
Die Opfer und ihre Schicksale
Besonders tragisch ist der Umstand, dass drei der insgesamt sechs Kinder aus diesen inzestuösen Verbindungen gehörlos zur Welt kamen. Die älteste Tochter war bereits im Alter von 15 Jahren vor ihrem Vater nach São Paulo geflohen, kehrte aber später mit ihrem eigenen Kind zurück. Nach polizeilichen Ermittlungen wurde auch dieses Enkelkind Opfer sexueller Übergriffe.
Jahrelange Gefangenschaft und Gewalt
Die zweite Tochter, heute 30 Jahre alt, wurde laut Zeugenaussagen jahrelang im Haus eingesperrt. Nachbarn berichteten, dass der Vater seine Töchter streng kontrollierte und ihnen jeden Kontakt nach außen verbot. Als eine der Frauen versuchte, Hilfe zu holen, bedrohte er sie mit einer Machete. In der Nacht vor seiner Festnahme soll er sogar versucht haben, einen seiner 11-jährigen Enkelsöhne zu töten.
Die Flucht und Festnahme
Während seiner Flucht hatte sich der Mann in einem verlassenen Haus im Dorf Graúnas versteckt und sich ausschließlich von wilden Früchten ernährt. Als ihn die Polizei schließlich fand, war er stark abgemagert und wirkte verwahrlost. Trotz der schweren Vorwürfe zeigte er keine Reue. „Gott wird mich richten“, lautete seine einzige Stellungnahme zu den Anschuldigungen.
Folgen für die Betroffenen
Dieser Fall wirft viele Fragen auf – nicht nur nach dem offensichtlichen Justizversagen, sondern auch nach dem Schutz von Menschen mit Behinderungen in solchen Extremsituationen. Die gehörlosen Kinder des Täters benötigen besondere Unterstützung und Zugang zu barrierefreier Kommunikation.
Forderungen der Gehörlosengemeinde
Die örtliche Gehörlosengemeinde fordert nun, dass bei allen gerichtlichen Verhandlungen Gebärdensprachdolmetscher anwesend sein müssen, um den betroffenen Kindern eine Teilhabe am Prozess zu ermöglichen. Gleichzeitig werden intensive psychologische Betreuungsprogramme für alle Opfer dieser Familientragödie gefordert.
Fazit: Eine Gesellschaft muss sich Fragen stellen
Experten weisen darauf hin, dass solche Fälle extremster familiärer Gewalt oft jahrelang unentdeckt bleiben, besonders in abgelegenen Regionen mit mangelnder Bildung und geringer staatlicher Präsenz. Der Prozess gegen Antônio Custódio de Sousa wird voraussichtlich mehrere Monate dauern, doch unabhängig vom Ausgang bleibt dies einer jener Fälle, die eine Gesellschaft zutiefst erschüttern und zum Nachdenken über grundlegende Menschlichkeit zwingen.
Foto: Thiago Amaral/Cidadeverde

