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Tauber Mann wegen Vergewaltigung einer gehörlosen Frau festgenommen

by info@deaf24.com

Gurugram – In der indischen Stadt Gurugram im Bundesstaat Haryana hat die Polizei einen 29-jährigen tauben und nicht sprechenden Mann festgenommen. Er steht im Verdacht, eine Frau mit ähnlichen Behinderungen sexuell missbraucht und vergewaltigt zu haben. Nach Angaben der Polizei soll der Mann die Frau mit einem falschen Jobversprechen nach Gurugram gelockt haben.

 

Die Frau hatte zunächst in Lucknow eine Anzeige bei der Polizei erstattet. Dort wurde eine sogenannte „Zero FIR“ aufgenommen. Später wurde der Fall an die zuständige Polizeidienststelle in Gurugram weitergegeben. Die Polizei nahm den Verdächtigen am 8. Oktober 2026 fest. Er befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen dauern an.

 

Kontakt über Instagram

Nach Angaben der Polizei lernten sich die Frau und der beschuldigte Mann über das soziale Netzwerk Instagram kennen.

Beide haben Hör- und Sprachbehinderungen. Sie sollen sich bereits bei einer Veranstaltung für gehörlose und nicht sprechende Menschen in Lucknow getroffen haben.

Nach diesem Treffen blieben sie offenbar miteinander in Kontakt. Der Mann soll der Frau später angeboten haben, ihr bei der Suche nach einer Arbeitsstelle zu helfen.

Für die Frau klang dieses Angebot offenbar nach einer Möglichkeit, eine Beschäftigung zu finden und ihre berufliche Situation zu verbessern.

Nach Darstellung der Polizei soll der Mann sie deshalb nach Gurugram eingeladen haben. Er habe ihr versprochen, bei der Vermittlung einer Arbeitsstelle zu helfen.

Am 14. Februar 2026 reiste die Frau nach Gurugram.

 

Vorwurf: Frau soll unter Drogen gesetzt worden sein

Nach der Anzeige der Frau soll der Mann sie zunächst in seine Unterkunft gebracht haben.

Dort soll er ihr ein kaltes Getränk angeboten haben. Nach den Angaben der Frau soll er zuvor eine berauschende Substanz in das Getränk gemischt haben.

Die Frau habe das Getränk getrunken. Anschließend soll sie unter dem Einfluss der Substanz gestanden haben.

Der Polizei zufolge wirft die Frau dem Mann vor, sie danach vergewaltigt zu haben.

Besonders schwer wiegt ein weiterer Vorwurf: Nach der mutmaßlichen Tat soll der Mann die Frau bedroht haben. Er habe ihr nach ihrer Aussage mit dem Tod gedroht, falls sie jemandem von dem Vorfall erzähle.

Die Frau soll dadurch große Angst bekommen haben.

Diese Angaben stammen aus ihrer Anzeige bei der Polizei. Ob sich alle geschilderten Ereignisse tatsächlich so zugetragen haben, müssen die weiteren Ermittlungen und gegebenenfalls ein Gerichtsverfahren klären.

 

Frau erstattet Anzeige in Lucknow

Die Frau wandte sich zunächst an die Polizei in Lucknow. Dort wurde ihre Anzeige bei der Polizeidienststelle Hazratganj aufgenommen.

Die Polizei verwendete dafür das besondere Verfahren einer sogenannten Zero FIR.

Eine Zero FIR ist in Indien eine besondere Möglichkeit, eine Straftat anzuzeigen.

Normalerweise wird eine Anzeige bei der Polizeidienststelle aufgenommen, in deren Gebiet die Straftat passiert ist.

Bei einer Zero FIR ist das anders. Betroffene können sich auch an eine andere Polizeidienststelle wenden. Diese muss die Anzeige zunächst aufnehmen, selbst wenn die Tat an einem anderen Ort passiert sein soll.

Das ist besonders wichtig, wenn Menschen schnell Hilfe benötigen oder nicht wissen, welche Polizeidienststelle zuständig ist.

Die Polizei kann den Fall anschließend an die zuständige Dienststelle weitergeben.

Im vorliegenden Fall soll sich die mutmaßliche Tat in Gurugram ereignet haben. Deshalb wurde die Anzeige von Lucknow nach Gurugram übertragen.

Dort wurde bei der Polizeidienststelle Sector 17/18 ein entsprechendes Strafverfahren eingeleitet.

 

Polizei nimmt den Verdächtigen fest

Nach der Übernahme des Falls begannen die Ermittlungen in Gurugram.

Die Polizei konnte den Verdächtigen schließlich ausfindig machen. Am 8. Oktober 2026 wurde der 29-jährige Mann im Bereich Sector 18 in Gurugram festgenommen.

Nach Angaben der Polizei stammt der Mann aus dem Bezirk Bareilly im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh.

Er soll bis zur zwölften Schulklasse eine Schule besucht haben.

Nach seiner Festnahme wurde er einem Gericht in Gurugram vorgeführt.

Das Gericht ordnete anschließend Untersuchungshaft an. Der Mann befindet sich damit zunächst in staatlichem Gewahrsam.

Die Polizei untersucht weiterhin die Vorwürfe und sammelt weitere Beweise.

Eine rechtskräftige Verurteilung liegt bisher nicht vor. Deshalb gilt für den Beschuldigten die Unschuldsvermutung.

 

Warum gehörlose Menschen besonderen Schutz brauchen

Der Fall macht auch auf ein wichtiges gesellschaftliches Problem aufmerksam: Menschen mit Behinderungen können in bestimmten Situationen besonders gefährdet sein.

Gehörlose Frauen können ebenfalls Opfer von Gewalt, Betrug oder sexueller Ausbeutung werden. Wie alle anderen Frauen haben sie das Recht auf Sicherheit, Selbstbestimmung und Schutz vor Gewalt.

Besonders wichtig ist, dass gehörlose Menschen bei der Polizei und vor Gericht ohne Kommunikationsprobleme ihre Rechte wahrnehmen können.

Viele gehörlose Menschen verwenden eine Gebärdensprache als ihre Muttersprache. Sie können sich damit oft deutlich besser ausdrücken als durch geschriebene Texte.

Deshalb sollten Polizei und Justiz bei Bedarf qualifizierte Gebärdensprachdolmetscherinnen und Gebärdensprachdolmetscher einsetzen.

Auch bei Menschen, die nicht sprechen können, müssen passende Kommunikationsmöglichkeiten vorhanden sein.

Dazu gehören beispielsweise Gebärdensprache, schriftliche Kommunikation oder andere geeignete Hilfsmittel.

Eine betroffene Person muss die Möglichkeit haben, ihre Erlebnisse vollständig und verständlich zu schildern.

 

Barrierefreiheit muss auch bei der Polizei selbstverständlich sein

Bei Ermittlungen wegen sexueller Gewalt ist eine gute Kommunikation besonders wichtig.

Die betroffene Person muss verstehen, welche Fragen gestellt werden. Gleichzeitig müssen Polizei und Justiz ihre Aussagen richtig aufnehmen und dokumentieren.

Auch beschuldigte Menschen mit Hör- und Sprachbehinderungen haben Anspruch auf barrierefreie Kommunikation und ein faires Verfahren.

Niemand darf wegen einer Behinderung benachteiligt werden.

Dazu gehört auch, dass gehörlose Menschen über ihre Rechte informiert werden und Zugang zu rechtlicher Unterstützung erhalten.

Der aktuelle Fall zeigt, dass Barrierefreiheit nicht nur in Schulen, Behörden oder im öffentlichen Verkehr wichtig ist. Sie spielt auch bei der Strafverfolgung und beim Schutz vor Gewalt eine entscheidende Rolle.

 

Weitere Ermittlungen laufen

Die Festnahme des Mannes ist ein wichtiger Schritt im laufenden Verfahren. Damit sind die Vorwürfe jedoch noch nicht abschließend geklärt.

Die Polizei muss nun die Aussagen der Frau überprüfen und weitere Beweise sichern.

Auch die Kommunikation zwischen den Beteiligten, die Kontakte über Instagram und die Umstände der Reise nach Gurugram können für die Ermittlungen wichtig sein.

Bislang sind keine weiteren Einzelheiten zu einem möglichen Gerichtsverfahren bekannt.

Für die betroffene Frau ist es wichtig, dass ihre Aussagen ernst genommen werden und sie während der Ermittlungen angemessene Unterstützung erhält.

Deaf24 berichtet: Der Fall zeigt erneut, wie wichtig der Schutz gehörloser Frauen vor sexueller Gewalt und Ausbeutung ist. Menschen mit Behinderungen müssen überall Zugang zu Polizei, Justiz und rechtlicher Unterstützung haben. Barrierefreie Kommunikation darf dabei keine Ausnahme sein, sondern muss selbstverständlich werden.

Quelle: PTI, ThePrint und UNI India, Berichte vom 8. Oktober 2026.

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