Im Jahr 2017 erschütterte ein brutaler Mordfall die Gemeinde von Tanjung Sepat in Malaysia. Ein tauber Mann wurde angeklagt, seine Freundin’s Eltern und ihre zwei jungen Neffen ermordet zu haben. Nach langem Rechtsstreit hat das Shah Alam High Court nun das Urteil gesprochen: Der Täter wurde zum Tode verurteilt. Dieser Bericht fasst die Ereignisse, den Prozess und die gerichtlichen Entscheidungen klar und verständlich zusammen – besonders für die Deaf-Community.
Der Fall im Überblick
Der 46-jährige Kang Chang Heng, der gehörlos ist, wurde für schuldig befunden, vier Menschen getötet und einen weiteren verletzt zu haben. Die Opfer waren seine Freundin’s Eltern und zwei ihrer kleinen Neffen. Das Verbrechen geschah in den frühen Morgenstunden des 13. Dezember 2017, zwischen 4 und 5 Uhr, im Haus der Familie auf Jalan Tepi Laut, Tanjung Sepat.
Die Getöteten sind:
- Chia Tee Nang, 73 Jahre, der Großvater und Schweinezüchter
- Lim Mai Shak, 68 Jahre, seine Ehefrau
- Chia Zeng Xi, 9 Jahre, der ältere der zwei Enkel
- Chia Yuan Bin, 3 Jahre, der jüngere Enkel
Ein weiterer 11-jähriger Junge, ebenfalls ein Neffe der Freundin, wurde mit einem Messer verletzt, konnte aber entkommen und wurde später wichtiger Zeuge der Anklage.
Gerichtsverlauf und Urteil
Die Anklage war schwer: Vierfacher Mord und vorsätzliche Körperverletzung mit einer Waffe. Die Tat fiel unter den malaysischen Strafgesetzbuch Paragraph 302 für Mord und Paragraph 324 für Verletzung mit gefährlichen Waffen.
Im Jahr 2022 gab es eine überraschende Wendung, als Kang zunächst freigesprochen wurde. Das Gericht sah damals nicht genug Beweise, um den Fall weiter zu verfolgen. Doch 2024 wurde dieser Freispruch vom Berufungsgericht aufgehoben. Drei Richter entschieden, dass durchaus ausreichende Beweise vorliegen, um den Fall neu zu verhandeln.
Daraufhin begann das Verfahren am High Court von Shah Alam von Neuem. Kang wurde aufgefordert, sich zu verteidigen. Am 30. September 2025 gab er als gehörloser Angeklagter eine Aussage vor Gericht ab, mit Hilfe einer Gebärdensprachdolmetscherin, die Fragen in Malaysisch übersetzte und seine Antworten übermittelte.
Am 24. November 2025 fällte die Richterin Suriyati Hasimah das Urteil. Kang wurde für alle fünf Anklagepunkte schuldig gesprochen. Für die vier Morde wurde die gesetzlich vorgeschriebene Todesstrafe verhängt. Für die Verletzung des 11-jährigen Jungen bekam Kang zusätzlich neun Jahre Haft, rückwirkend ab seiner Festnahme im Dezember 2017.
Hintergrund und Bedeutung
Kang war zur Tatzeit mit Chia Hui Lin zusammen, der jüngsten Tochter der Opferfamilie. Auch sie ist gehörlos und trat als eine der Zeuginnen im Prozess auf. Das Paar hatte eine gemeinsame Tochter. Die Tragödie zeigt, wie schwerwiegend familiäre Konflikte und Gewalt sein können, auch in der Gehörlosengemeinschaft.
Die Verhandlung unterstrich zudem die Wichtigkeit von Gebärdensprachdolmetschern im Gericht. Ohne eine qualifizierte Dolmetscherin wäre Kang’s Aussage und sein Recht auf eine faire Verteidigung kaum möglich gewesen. Das Gericht zeigte sich bemüht, Barrieren für gehörlose Angeklagte abzubauen.
Fazit
Der Fall Kang Chang Heng ist ein trauriges Beispiel für eine schreckliche Tat mit gravierenden Folgen. Er zeigt auch, wie komplex und langwierig ein Gerichtsverfahren sein kann – insbesondere wenn Besonderheiten wie Gehörlosigkeit berücksichtigt werden müssen.
Für die Deaf-Community ist es wichtig zu sehen, dass rechtliche Prozesse auch ihre Bedürfnisse beachten. Gleichzeitig mahnt dieser Fall zur Wachsamkeit gegen Gewalt in Familien und der Gesellschaft.
Das Urteil stellt einen Abschluss nach sieben Jahren dar, doch das Leid der Opferfamilie bleibt tief. Die Todesstrafe für Kang ist nun rechtskräftig, während der Staat versucht, Gerechtigkeit für die Opfer zu gewährleisten.

