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Stromkostenzuschuss: Infos für Schwerbehinderte

by info@deaf24.com

Viele gehörlose und schwerbehinderte Menschen brauchen elektrische Hilfsmittel, zum Beispiel E-Rollstühle, Beatmungsgeräte oder Hausnotrufsysteme. Diese Geräte brauchen viel Strom – und das kann teuer werden. Viele wissen nicht: Man kann bei der Krankenkasse einen Zuschuss zu den Stromkosten bekommen. Diese Unterstützung ist besonders wichtig für Menschen mit Behinderung, die auf solche Geräte im Alltag angewiesen sind.

In diesem Beitrag erklärt Deaf24 ganz einfach und ausführlich, wer diesen Zuschuss bekommen kann, wie man ihn

beantragt und was man noch tun kann, um Strom zu sparen.

Warum dieses Thema für viele Gehörlose wichtig ist

Viele gehörlose Menschen oder Menschen mit Schwerbehinderung benutzen elektrische Hilfsmittel, damit sie ihren Alltag besser bewältigen können. Zum Beispiel:

  • ein elektrischer Rollstuhl,
  • ein Beatmungsgerät,
  • ein Pflegebett,
  • ein Hausnotrufgerät oder
  • ein Kommunikationsgerät mit Sprach- oder Schriftunterstützung.

Diese Geräte brauchen Strom – oft jeden Tag und jede Nacht. Das bedeutet: Die Stromrechnung wird viel teurer als bei Menschen, die solche Geräte nicht benutzen müssen. Für viele Menschen mit Behinderung ist das ein großes Problem. Sie haben oft weniger Einkommen, zum Beispiel weil sie nicht oder nur wenig arbeiten können.

Was viele nicht wissen: Die Krankenkasse kann helfen. Sie darf unter bestimmten Bedingungen einen Teil der Stromkosten bezahlen, wenn die Hilfsmittel medizinisch notwendig sind.

Deaf24 erklärt dir ganz einfach, wie das funktioniert, wer den Zuschuss bekommen kann und wie du ihn beantragst. Dieser Beitrag ist sehr ausführlich, damit du alles gut verstehst – und auch weitergeben kannst an andere Gehörlose.

Warum ist der Stromverbrauch bei Menschen mit Behinderung oft höher?

Menschen mit Schwerbehinderung nutzen oft viele elektrische Hilfsmittel – gleichzeitig und über einen langen Zeitraum. Diese Hilfsmittel sind wichtig für Gesundheit, Bewegung, Sicherheit oder Pflege.

Beispiele für Hilfsmittel mit Stromverbrauch:

HilfsmittelErklärung / Nutzung
Lichtanlagen (Klingel, Wecker …)Muss immer an sein
Elektrischer RollstuhlMuss regelmäßig aufgeladen werden
BeatmungsgerätOft rund um die Uhr in Betrieb
AbsauggerätBei Atemproblemen oder Schleimproblemen
Pflegebett mit elektrischer VerstellungErleichtert Pflege und Lagerung
HausnotrufgerätFür Notfälle, muss ständig eingeschaltet sein
Kommunikationshilfen (Tablets mit Gebärdenvideos oder Sprachausgabe)Müssen oft geladen werden
Elektrische LifterHelfen beim Aufstehen oder Umsetzen in den Rollstuhl

Solche Geräte laufen viele Stunden am Tag – manchmal sogar rund um die Uhr. Das bedeutet, du verbrauchst viel mehr Strom als andere Menschen. Die Stromkosten können mehrere hundert Euro im Jahr zusätzlich betragen.

Gut zu wissen: Die Krankenkasse kann dich finanziell unterstützen

Wenn deine Hilfsmittel:

  • ärztlich verordnet sind (du hast ein Rezept oder eine Bescheinigung vom Arzt)
  • und von der Krankenkasse bezahlt oder genehmigt wurden,

dann kannst du einen Antrag auf Zuschuss zu deinen Stromkosten stellen.

Was heißt „Zuschuss“?

Ein Zuschuss ist eine finanzielle Unterstützung. Die Krankenkasse bezahlt nicht deine ganze Stromrechnung, aber sie kann dir einen Teil der Mehrkosten erstatten, die durch die Nutzung der Hilfsmittel entstehen.

Du bekommst diesen Zuschuss nicht automatischdu musst ihn beantragen. Aber es lohnt sich, denn so kannst du mehr Geld für andere wichtige Dinge behalten.

Wichtig: Kein Pflegegrad notwendig

Manche Menschen denken, dass man einen Pflegegrad haben muss, um diesen Zuschuss zu bekommen. Das stimmt nicht.

Dieser Zuschuss kommt von der gesetzlichen Krankenkassenicht von der Pflegekasse. Es reicht also, wenn die Hilfsmittel medizinisch notwendig sind und regelmäßig Strom brauchen.

Das bedeutet: Auch Gehörlose ohne Pflegegrad können diesen Zuschuss bekommen, wenn sie zum Beispiel regelmäßig elektrische Hilfsmittel benutzen.

Wie beantragst du den Stromkostenzuschuss bei der Krankenkasse?

Jede Krankenkasse hat eigene Regeln, aber viele machen es relativ einfach.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Sammle Informationen:
    • Liste der Hilfsmittel, die Strom brauchen
    • Wer hat die Hilfsmittel verschrieben? (Arzt?)
    • Wurden sie von der Krankenkasse bezahlt?
  2. Suche deine letzte Stromrechnung heraus.
    • Die Krankenkasse will oft sehen, wie hoch deine Stromkosten sind
    • Gut ist, wenn du die Rechnung vom ganzen Jahr hast
  3. Schreibe einen formlosen Antrag oder nutze ein Formular.
    • Manche Krankenkassen haben ein eigenes Formular auf ihrer Webseite
    • Wenn nicht, reicht ein einfacher Brief oder eine E-Mail:
    Beispiel: Sehr geehrte Damen und Herren,Ich beantrage hiermit einen Zuschuss zu meinen Stromkosten, da ich elektrische Hilfsmittel benutze, die ärztlich verordnet wurden und Strom verbrauchen.Anbei sende ich Ihnen eine Kopie meiner Stromrechnung sowie eine Liste meiner Hilfsmittel.Mit freundlichen Grüßen
    [Dein Name]
  4. Warte auf Rückmeldung der Krankenkasse.
    • Manchmal dauert es ein paar Wochen
    • Wenn du keine Antwort bekommst: Nachfragen lohnt sich!

Musterantrag: Stromkostenzuschuss für Hilfsmittel

Wie viel Geld bekommst du?

Das ist unterschiedlich. Es gibt zwei Möglichkeiten:

  1. Pauschale Zahlung
    • Zum Beispiel: Die Krankenkasse zahlt jeden Monat 10 bis 15 Euro als festen Betrag
    • Einfach und ohne genaue Berechnung
  2. Individuelle Berechnung
    • Die Krankenkasse schaut sich an, wie viel Strom deine Geräte verbrauchen
    • Dann bekommst du genau diesen Anteil bezahlt

Wenn du mehrere Geräte hast oder sehr viel Strom brauchst, kann die zweite Variante besser für dich sein.

Was kannst du zusätzlich tun, um Strom zu sparen?

Auch wenn du auf elektrische Hilfsmittel angewiesen bist, kannst du ein paar einfache Dinge tun, um deine Stromkosten zu senken.

Stromspar-Tipps:

  • Steckerleiste mit Schalter: Geräte ganz ausschalten, nicht nur auf „Standby“.
  • Moderne Geräte kaufen: Achte beim Neukauf auf das Label „A+“, „A++“ oder „A+++“.
  • Nur laden, wenn nötig: Rollstuhl oder Tablet nur so lange laden wie nötig, nicht die ganze Nacht.
  • Licht ausschalten, wenn du den Raum verlässt.
  • LED-Lampen statt alte Glühbirnen verwenden – spart viel Strom.
  • Zeitschaltuhren für Geräte, die nur zu bestimmten Zeiten laufen sollen.

Diese Tipps helfen dir, den allgemeinen Stromverbrauch zu senken, auch wenn du auf einige Geräte nicht verzichten kannst.

Fazit: Du hast ein Recht auf Unterstützung – nutze es!

Wenn du schwerbehindert bist oder Hilfsmittel nutzt, die Strom brauchen, kannst du Geld von der Krankenkasse bekommen. Du musst dafür nur den Antrag stellen und deine Situation gut erklären.

Wichtig zu merken:

Du brauchst keinen Pflegegrad
Du musst medizinische Hilfsmittel regelmäßig benutzen
Du musst einen Antrag bei deiner Krankenkasse stellen
Du brauchst Belege und Stromrechnung

Viele Gehörlose kennen dieses Recht nicht. Bitte teile diese Info mit anderen! Denn: Strom wird immer teurer – aber niemand soll dafür zahlen müssen, dass er gesund bleiben will.

Kontakt und Hilfe

Wenn du nicht weißt, wie du den Antrag stellen sollst, kannst du:

  • eine Beratungsstelle fragen
  • eine Vertrauensperson um Hilfe bitten
  • oder uns von Deaf24 schreiben.
    Wir helfen dir gerne weiter!

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