Am 28. Februar versammelten sich die Mitglieder des Landesverbands der Gehörlosen Rheinland-Pfalz (LVGL RLP) zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Gehörlosenzentrum Frankenthal. Die Sitzung setzte die Fortsetzung der Mitgliederversammlung vom 22. November 2025 fort und hatte zentrale Punkte auf der Agenda: die Wahl eines neuen Vorstands und die Entlastung für das Jahr 2024.
Entscheidung über den Vorstand
Im Mittelpunkt der Versammlung stand die Wahl der neuen Vorstandsmitglieder. Nach einer offenen Abstimmung wählten die Mitglieder Elvir Memishi zum neuen Vorsitzenden des Landesverbands. Die Wahl von Memishi markiert einen wichtigen Schritt, um frischen Wind und neue Ideen in die Arbeit des Verbandes zu bringen.
Darüber hinaus wurden neue Beisitzer*innen gewählt, die künftig das Team unterstützen:
- Dr. Oliver Rien
- Anna-Lena Pfeiffer Rien
- Bastienne Bischof
Die Auswahl zeigt einen klaren Fokus auf jüngere, engagierte Mitglieder, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und die Interessen der Gehörlosen in Rheinland-Pfalz aktiv zu vertreten. Gerade angesichts der Tatsache, dass das Durchschnittsalter in den Ortsvereinen aktuell bei etwa 75 Jahren liegt, ist dies ein bedeutender Schritt für die Zukunft des Verbandes.
Entlastung des Vorstands für 2024
Neben den Wahlen stand auch die Entlastung des bisherigen Vorstands für das Jahr 2024 auf der Tagesordnung. Die Mitglieder erteilten die Entlastung, was die Arbeit des bisherigen Teams offiziell bestätigte. Dies zeigt, dass trotz der Herausforderungen und Diskussionen innerhalb des Verbandes die Mitglieder die bisherige Arbeit anerkennen.
Junge Menschen aktiv einbinden
Ein zentraler Punkt der Versammlung war die Frage, wie junge Gehörlose stärker in die Arbeit der Ortsvereine und des Landesverbands eingebunden werden können. Viele Mitglieder sind bereits seit Jahrzehnten aktiv, und der Verband steht vor der Herausforderung, die nächste Generation zu motivieren.
Die Wahl von jungen Beisitzer*innen ist ein wichtiger Schritt, um Impulse für neue Projekte, Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit zu geben. Der Landesverband betont, dass junge Menschen willkommen sind und ihre Ideen entscheidend für die Weiterentwicklung des Verbandes sein können.
Kritik und Herausforderungen
Trotz der positiven Entwicklung gibt es auch kritische Punkte, die nicht übersehen werden dürfen:
- Altersstruktur der Mitgliedschaft: Mit einem Durchschnittsalter von 75 Jahren in den Ortsvereinen besteht die Gefahr, dass die Kommunikation zwischen den Generationen nicht ausreichend stattfindet. Junge Mitglieder müssen aktiv gefördert werden, um einen generationsübergreifenden Austausch zu sichern.
- Transparenz der Entscheidungsprozesse: Auch wenn die Wahlen erfolgreich verliefen, wünschen sich einige Mitglieder mehr Transparenz bei Kandidaturen und Abstimmungsprozessen, damit jeder die Möglichkeit hat, die Hintergründe und Ziele der Kandidierenden besser zu verstehen.
- Zukunftsfähigkeit des Verbandes: Nur wenn junge Mitglieder aktiv einbezogen werden, kann der Verband seine Aufgaben langfristig erfüllen. Dazu gehört auch die Nutzung moderner Kommunikationsmittel, digitale Veranstaltungen und eine gezielte Ansprache junger Gehörloser in Schulen und sozialen Medien.
Einladung zur Beteiligung
Der Landesverband ruft ausdrücklich alle Mitglieder und Interessierte auf, sich aktiv zu beteiligen. Wer Fragen hat oder mehr über die Arbeit des Vorstands erfahren möchte, kann sich jederzeit an das Vorstandsteam wenden. Diese Offenheit soll zeigen, dass Mitbestimmung und Engagement keine Frage des Alters sind, sondern von Motivation und Ideen abhängen.
Die heutige Mitgliederversammlung zeigt insgesamt, dass der Landesverband bereit ist, neue Wege zu gehen und jüngere Gehörlose zu fördern. Gleichzeitig bleibt die Aufgabe bestehen, die Kommunikation zwischen älteren und jüngeren Mitgliedern zu stärken und die Arbeit transparent und nachvollziehbar zu gestalten.
Fazit
Die Wahl von Elvir Memishi und den neuen Beisitzer*innen ist ein positives Signal für die Zukunft des Landesverbands der Gehörlosen Rheinland-Pfalz. Sie zeigt, dass Engagement, frische Ideen und die aktive Beteiligung junger Menschen notwendig sind, um den Verband lebendig und handlungsfähig zu halten. Gleichzeitig bleibt es eine Herausforderung, die Generationen zu verbinden, Transparenz zu sichern und die Verbandspolitik zukunftsorientiert zu gestalten.
Der Landesverband lädt daher alle Interessierten ein: Kommt vorbei, beteiligt euch und gestaltet die Zukunft aktiv mit!

