Viele Menschen in Deutschland kennen die Nummer 116117. Diese Nummer gehört zum ärztlichen Bereitschaftsdienst. Dort bekommen Menschen Hilfe, wenn sie krank sind. Zum Beispiel am Abend, in der Nacht oder am Wochenende. Also dann, wenn die Arztpraxis geschlossen ist.
Die Idee ist gut: Niemand soll allein bleiben, wenn er krank ist. Alle Menschen sollen Hilfe bekommen. Schnell und einfach.
Aber: Für Taube Menschen ist dieses Angebot oft nicht gut nutzbar. Es gibt viele Barrieren. Das bedeutet: Es gibt Hindernisse, die den Zugang erschweren oder unmöglich machen.
Das Hauptproblem: Telefon
Die wichtigste Verbindung zu 116117 ist das Telefon.
Man ruft an und spricht mit einer Person.
Für hörende Menschen ist das einfach.
Für taube Menschen ist das ein großes Problem.
Viele taube Menschen können nicht telefonieren.
Oder sie nutzen andere Kommunikationsformen:
- Gebärdensprache (DGS)
- Schreiben von Texten
- Video-Kommunikation
Wenn ein Dienst nur Telefon anbietet, dann schließt er viele Menschen aus.
Keine einfachen Alternativen
Viele taube Menschen wünschen sich einfache Wege:
- SMS schreiben
- WhatsApp oder Signal nutzen
- Chat auf der Website
- Video mit Gebärdensprache
- E-Mail schreiben
Diese Wege sind heute im Alltag normal. Viele Behörden und Firmen nutzen sie schon.
Aber bei 116117 gibt es diese Möglichkeiten nicht flächendeckend.
Ein weiteres Problem ist:
Es sind oft keine klaren E-Mail-Adressen sichtbar.
Das bedeutet:
Taube Menschen können nicht einfach eine Nachricht schreiben.
Sie müssen lange suchen oder finden keinen Kontakt.
Das bedeutet auch:
Taube Menschen müssen oft Umwege gehen.
Oder sie bekommen keine Hilfe zur richtigen Zeit.
Gebärdensprache fehlt oft
Gebärdensprache ist für viele taube Menschen die wichtigste Sprache.
Doch auf der Website gibt es nur wenige Angebote in Gebärdensprache.
Das reicht nicht aus.
Viele Inhalte sind schwer zu verstehen.
Texte sind oft kompliziert.
Videos in Gebärdensprache fehlen.
Ein weiteres Problem ist:
Oft wird keine direkte Gebärdensprache angeboten.
Stattdessen wird häufig über Smartphone oder Tablet gedolmetscht.
Das bedeutet:
- Die Verbindung ist technisch abhängig
- Es kann zu Verzögerungen kommen
- Die Kommunikation ist nicht immer direkt und gleichwertig
Zusätzlich sind viele Fragen und Formulare:
- zu lang
- zu kompliziert formuliert
Das führt dazu:
Viele gehörlose Menschen brechen ab und geben auf.
Das ist ein Problem. Denn Gesundheit ist ein wichtiges Thema.
Alle Menschen müssen Informationen gut verstehen können.
Arztpraxen sind unterschiedlich
Auch in Arztpraxen gibt es Probleme.
Es gibt keine klare Kennzeichnung:
- Wo gibt es Gebärdensprache?
- Wo gibt es Unterstützung?
- Welche Praxis ist barrierefrei?
Taube Menschen wissen oft nicht:
„Kann ich dort gut kommunizieren oder nicht?“
Manchmal gibt es Lösungen:
- Dolmetscher für Gebärdensprache
- Kommunikation per Schreiben
- Apps oder Video-Dienste
Aber diese Angebote sind nicht überall vorhanden.
Und oft müssen sie vorher organisiert werden.
Das kostet Zeit.
Und bei Krankheit hat man diese Zeit oft nicht.
Barrierefreiheit ist ein Recht
In Deutschland gibt es Gesetze für Barrierefreiheit.
Auch international gibt es Regeln.
Darin steht:
Alle Menschen haben das Recht auf Teilhabe.
Alle Menschen sollen gleich behandelt werden.
Das gilt auch für Gesundheit.
Das bedeutet:
Auch taube Menschen müssen Zugang zu medizinischer Hilfe haben.
Ohne Hindernisse.
Warum kein SMS oder Messenger?
Viele Menschen fragen: Warum gibt es keine SMS oder Messenger wie WhatsApp?
Es gibt mehrere Gründe:
- Datenschutz: Gesundheitsdaten sind sehr sensibel. Dienste wie WhatsApp sind nicht immer erlaubt.
- Technik: Das System von 116117 ist alt und stark auf Telefon ausgerichtet.
- Organisation: Der Bereitschaftsdienst ist in Deutschland regional organisiert. Änderungen dauern lange.
- Kosten: Neue Systeme müssen entwickelt und bezahlt werden.
Aber: Diese Gründe sind keine echte Entschuldigung.
Andere Dienste zeigen: Sichere Chat- oder SMS-Lösungen sind möglich.
Das bedeutet: Es fehlt nicht nur an Technik, sondern auch am Willen zur schnellen Umsetzung.
Was sich ändern muss
Damit 116117 wirklich für alle da ist, braucht es Verbesserungen.
Hier sind wichtige Punkte:
Mehr Kommunikationswege
Es sollte mehrere einfache Wege geben:
- SMS
- Messenger wie WhatsApp oder Signal
- Chat auf der Website
- E-Mail mit klarer Adresse
So können taube Menschen direkt Kontakt aufnehmen.
Video mit Gebärdensprache
Ein Video-Dolmetschdienst wäre sehr wichtig.
Das bedeutet:
- Eine Person dolmetscht in Gebärdensprache
- Die Verbindung läuft über Video
- Das Angebot ist jederzeit verfügbar (24 Stunden)
So können Gespräche klar und direkt stattfinden.
Klare Informationen
Die Website muss einfacher werden:
- Leichte Sprache
- Klare Struktur
- Mehr Videos
So verstehen mehr Menschen die Inhalte.
Kennzeichnung von Arztpraxen
Es sollte sichtbar sein:
- Welche Praxis ist barrierefrei
- Wo gibt es Gebärdensprache
- Wo gibt es Unterstützung
Eine einfache Suche würde helfen.
Warum das wichtig ist
Gesundheit ist ein Grundrecht.
Wenn Menschen krank sind, brauchen sie Hilfe.
Schnell, einfach und sicher.
Wenn taube Menschen keinen Zugang haben, ist das unfair.
Es kann auch gefährlich sein:
- Hilfe kommt zu spät
- Informationen werden falsch verstanden
- Behandlungen werden schwieriger
Das darf nicht passieren.
Fazit
Die Nummer 116117 ist ein wichtiger Dienst.
Viele Menschen bekommen dort Hilfe.
Aber für taube Menschen gibt es große Probleme.
Die wichtigsten Punkte sind:
- zu viel Telefon
- zu wenig Text-Angebote
- kaum Gebärdensprache
- keine oder schwer auffindbare E-Mail-Adressen
- wenig klare Informationen
Das muss sich ändern.
Barrierefreiheit ist kein Extra.
Barrierefreiheit ist ein Recht.
Ein moderner Gesundheitsdienst muss für alle Menschen erreichbar sein.
Auch für taube Menschen.
Nur dann ist das System wirklich gerecht.

