Der IDAHOBIT ist der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit. Jedes Jahr am 17. Mai machen Menschen weltweit auf die Diskriminierung aufmerksam, die viele erleben, weil ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität nicht der gesellschaftlichen Norm entspricht. An diesem Tag werden Zeichen für Vielfalt, Respekt und Akzeptanz gesetzt – zum Beispiel durch das Hissen der Regenbogenflagge oder durch Veranstaltungen und Aktionen.
Warum ist der IDAHOBIT wichtig?
Viele Menschen erleben Ausgrenzung, Gewalt oder Benachteiligung, weil sie lesbisch, schwul, bisexuell, trans*, inter* oder queer sind. Der IDAHOBIT macht auf diese Probleme aufmerksam und fordert gleiche Rechte für alle. Besonders in schwierigen Zeiten, in denen Hass und Vorurteile wieder zunehmen, ist es wichtig, ein Zeichen für Menschenrechte und Vielfalt zu setzen.
Die Situation in der Gehörlosengemeinschaft
Auch in der Gehörlosengemeinschaft gibt es lesbische, schwule, bisexuelle, trans* und inter* Menschen. Sie erleben oft doppelte Diskriminierung: Einerseits, weil sie gehörlos sind, andererseits wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität. Viele fühlen sich deshalb besonders isoliert oder ausgeschlossen – sowohl in der hörenden als auch in der gehörlosen Welt.
Gehörlose Menschen tauschen sich oft über spezielle Netzwerke, Vereine oder Social Media aus. Es gibt eigene Gruppen und Veranstaltungen, bei denen sich gehörlose LGBTIQ*-Personen treffen, austauschen und unterstützen können. Trotzdem fehlt es oft an barrierefreien Informationen und Angeboten in Deutscher Gebärdensprache (DGS).
Barrieren und Herausforderungen
- Viele Veranstaltungen zum IDAHOBIT sind nicht barrierefrei: Es gibt keine Gebärdensprachdolmetscher*innen oder Untertitel.
- Informationen zu LGBTIQ*-Themen sind selten in DGS verfügbar.
- Gehörlose LGBTIQ*-Personen berichten von Vorurteilen – sowohl in der hörenden als auch in der gehörlosen Community.
- Es gibt noch zu wenige Vorbilder und Ansprechpersonen, die offen mit beiden Identitäten umgehen.
Was braucht die Gehörlosengemeinschaft?
- Mehr Informationen und Aufklärung in Deutscher Gebärdensprache.
- Barrierefreie Veranstaltungen, bei denen Gebärdensprachdolmetscher*innen dabei sind.
- Eigene Gruppen und Räume, in denen sich gehörlose LGBTIQ*-Menschen sicher austauschen können.
- Sichtbarkeit und Akzeptanz in der gesamten Gehörlosengemeinschaft.
Wie kann man unterstützen?
- Veranstaltungen zum IDAHOBIT sollten immer barrierefrei sein: mit Dolmetscher*innen, Untertiteln und leichter Sprache.
- Informationen zu LGBTIQ*-Themen sollten auch in DGS bereitgestellt werden.
- Hörende und gehörlose Menschen sollten gemeinsam für Vielfalt und gegen Diskriminierung einstehen.
- Gehörlose LGBTIQ*-Personen sollten ermutigt werden, sich zu zeigen und ihre Geschichten zu teilen – für mehr Sichtbarkeit und Akzeptanz.
Fazit
Der IDAHOBIT ist für die Gehörlosengemeinschaft ein wichtiger Tag, um auf doppelte Diskriminierung aufmerksam zu machen und für mehr Gleichberechtigung zu kämpfen. Nur gemeinsam – hörend und gehörlos, queer und nicht-queer – kann eine inklusive, vielfältige Gesellschaft entstehen, in der alle Menschen respektiert werden.
Foto: LGBTQ+ pride celebration with hand and crowd cheering remixed media rawpixel.com

