Der Deutsche Gehörlosenbund e. V. (DGB) verleiht bei den Kulturtagen regelmäßig Kulturpreise und Sonderpreise. Diese Auszeichnungen gehen an Menschen, die sich besonders für die Gehörlosengemeinschaft, die Deutsche Gebärdensprache (DGS) und viele andere wichtige Themen einsetzen.
Bei den letzten Kulturtagen wurden 30 Personen geehrt – darunter auch Viola Sie erhielt einen Sonderpreis für ihr Engagement. Doch vor Kurzem hat sich der DGB dazu entschieden, diesen Preis wieder abzuerkennen – das heißt: Viola soll ihn nicht länger behalten dürfen.
Warum wird ihr der Preis aberkannt?
In den letzten Wochen und Monaten hat Viola mehrere Videos in sozialen Netzwerken, vor allem auf Instagram, veröffentlicht. Diese Videos sind öffentlich zugänglich und wurden von vielen Menschen in der Gehörlosengemeinschaft gesehen.
In manchen dieser Videos hat sie Aussagen gemacht, die sehr negativ über jüdische Menschen sprechen. Solche Aussagen nennt man antisemitisch – das bedeutet: Sie drücken Hass oder Vorurteile gegen Juden aus.
Diese Art von Aussagen sind sehr problematisch und gefährlich. Sie erinnern an die Zeit des Nationalsozialismus (Nazizeit) in Deutschland, als unter Adolf Hitler Millionen jüdische Menschen verfolgt, entrechtet und ermordet wurden.
Der DGB wurde auf diese Videos aufmerksam gemacht und hat sich ausführlich mit dem Thema befasst. Im Vorstand wurde intern darüber beraten – und alle waren sich einig:
• Solche Äußerungen passen nicht zu den Werten des DGB.
• Deshalb wurde einstimmig beschlossen: Der Sonderpreis wird aberkannt.
Der DGB hat Viola offiziell informiert und sie aufgefordert, den Preis zurückzugeben.
Warum ist das wichtig?
Der Deutsche Gehörlosenbund betont:
In der Gehörlosengemeinschaft sollen alle Menschen willkommen sein – egal welcher Herkunft, Religion oder Hautfarbe. Auch jüdische gehörlose Menschen gehören dazu.
Sie sind ein fester Teil unserer Gemeinschaft, und sie verdienen Respekt, Schutz und Solidarität – vor allem nach den schlimmen Verbrechen der Vergangenheit.
Der DGB sagt deutlich:
• Antisemitismus hat keinen Platz in der Gehörlosengemeinschaft.
• Vielfalt, Offenheit und Zusammenhalt sind wichtige Grundwerte.
• Menschenrechte und der Schutz vor Diskriminierung gelten für alle – ohne Ausnahme.
Jüdische gehörlose Menschen dürfen heute keine Angst mehr haben, ihre Identität offen zu zeigen. Der DGB steht hinter ihnen und übernimmt Verantwortung dafür, dass so etwas nie wieder passiert.
Wer ist Viola?
Viola wurde in Aschaffenburg geboren. In den Gehörlosengemeinschaften von Aschaffenburg und Würzburg ist sie umstritten – das heißt: Viele Menschen mögen sie nicht oder haben negative Erfahrungen mit ihr gemacht.
Vor einigen Jahren gründete sie in Würzburg eine Gebärdensprachschule . Sie sollte dort die Nachfolgerin des bekannten Dozenten werden. Doch schon nach anderthalb Monaten verließ sie Würzburg wieder – erfolglos – und kehrte nach Berlin zurück.
Später arbeitete Viola für eine Firma namens Aqua Global (auch unter dem Namen Blue Water Quality bekannt). Diese Firma verkauft Wasserfiltergeräte. In der Gehörlosengemeinschaft wird sie kritisch gesehen, weil sie mit zweifelhaften Werbemethoden arbeitet. Viele gehörlose Menschen sagen, dass die Firma das Vertrauen der Community ausnutzt.
In einem ihrer letzten Videos sagte Viola dass sie inzwischen in einer Behindertenwerkstatt als Reinigungskraft arbeitet.
Was sagen andere über ihre Videos?
Viola ist auf Instagram und anderen sozialen Plattformen sehr aktiv. Sie veröffentlicht regelmäßig Videos, in denen sie ihre Meinung sagt. Dabei spricht sie oft von ihren „langen Erfahrungen“ und behauptet, viele Dinge besser zu wissen.
Viele in der Gehörlosengemeinschaft sagen aber:
• Ihre Aussagen sind oft populistisch – also übertrieben und emotional.
• Sie enthält sich nicht an Fakten und verbreitet Fehlinformationen.
• Besonders zu Politik und Gesellschaft macht sie Aussagen, die nicht belegt oder falsch interpretiert sind.
• Manche Aussagen wirken manipulativ – sie verdrehen die Wirklichkeit oder sprechen Menschen gezielt negativ an.
Der Deutsche Gehörlosenbund sieht in solchen Aussagen eine große Gefahr – besonders dann, wenn sie sich gegen bestimmte Gruppen von Menschen richten, wie im Fall der jüdischen Community.
Die Botschaft des DGB an die Gehörlosengemeinschaft
Der DGB macht mit dieser Entscheidung klar:
• Wir lehnen jede Form von Hass und Diskriminierung ab.
• Wir stehen für Vielfalt, Menschenwürde und Respekt.
• Jüdische gehörlose Menschen sind ein wichtiger Teil unserer Gemeinschaft.
• Wer einen Preis vom DGB bekommt, muss unsere Werte mittragen – auch öffentlich.
Die Aberkennung des Sonderpreises zeigt:
• Der DGB handelt verantwortungsbewusst.
• Er möchte ein klares Zeichen setzen gegen Ausgrenzung und Antisemitismus.
• Die Gehörlosengemeinschaft soll ein sicherer Ort für alle sein.
Bild von Engin Akyurt auf Pixabay
Wichtiger Hinweis:
Die in diesem Bericht dargestellten Aussagen stammen nicht von Deaf24. Sie wurden wörtlich oder sinngemäß aus öffentlich zugänglichen Videos von DGB und Viola entnommen, die sie selbst in sozialen Medien veröffentlicht hat. Deaf24 distanziert sich ausdrücklich von diesen Inhalten und dokumentiert sie ausschließlich zu journalistischen Zwecken.
Die Texte wurden ausdrücklich in Leichter Sprache umgewandelt, um sie für gehörlose Menschen besser verständlich zu machen.
Rechtlicher Hinweis:
Die in diesem Bericht aufgeführten Inhalte dienen der sachlichen Dokumentation und Berichterstattung über öffentlich gemachte Aussagen. Sie wurden nicht von Deaf24 erfunden oder verändert, sondern beruhen auf verifizierbaren Videoquellen, die von DGB und Viola selbst in sozialen Medien veröffentlicht wurden.
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