Ein Gehörloser brachte seine Angehörige in die Notaufnahme des Juliusspitals Würzburg. Dabei stellte sich erneut ein bekanntes Problem dar: fehlende barrierefreie Kommunikation. Während hörende Patienten telefonisch informiert wurden, erhielt der Gehörlose keine SMS-Benachrichtigung. Dies führte zu langen Wartezeiten und einem unklaren Informationsfluss.
Lange Wartezeiten und fehlende SMS-Benachrichtigung
Die Ärzte forderten den Gehörlosen mehrfach auf, im Wartezimmer zu bleiben. Da Gehörlose nicht telefonieren können, sind sie darauf angewiesen, anderweitig informiert zu werden. Der Gehörlose bat höflich darum, per SMS benachrichtigt zu werden, sobald die Untersuchung abgeschlossen sei. Doch das Personal lehnte ab – entweder, weil sie nicht wollten oder weil sie kein SMS-System nutzen konnten.
Die Wartezeit in der Notaufnahme betrug 2 bis 3 Stunden. Während hörende Patienten telefonisch benachrichtigt wurden, musste der Gehörlose regelmäßig selbst nachfragen, um Informationen zu erhalten.
Fehlkommunikation mit Folgen
Die Verwaltung erhielt die Telefonnummer des Gehörlosen, und er bat ausdrücklich darum, nur per SMS informiert zu werden. Stattdessen erfolgte ein Anruf, den er nicht entgegennehmen konnte. Da er nicht wusste, wer ihn anrief und worum es ging, fuhr er nach zwei Stunden selbst zur Notaufnahme zurück, um sich über den Zustand seiner Angehörigen zu erkundigen.
Dort erfuhr er, dass sie in ein anderes Krankenhaus verlegt worden war. Auf Nachfrage, warum er keine SMS erhalten habe, teilte ihm das Personal mit, dass dies nicht möglich sei. Gleichzeitig wurden hörende Patienten jedoch telefonisch informiert.
Durch diese fehlende Kommunikation verlor der Gehörlose wertvolle Zeit. Im anderen Krankenhaus stellte sich heraus, dass seine Angehörige dort für eine Nacht aufgenommen wurde, da das erste Krankenhaus ihn telefonisch nicht erreichen konnte.
Seit Jahren keine Verbesserung
Bereits vor sechs Jahren machte der Gehörlose auf dieses Problem aufmerksam und schlug eine einfache Lösung vor: Ein günstiges Handy für unter 100 Euro mit einer Prepaid-Karte für 10 Euro pro Halbjahr. Eine solche Maßnahme könnte dazu beitragen, Gehörlosen eine gleichwertige Information zu ermöglichen. Dennoch wurde bisher keine Anpassung vorgenommen.
Fazit
Die fehlende barrierefreie Kommunikation stellt für Gehörlose eine erhebliche Herausforderung dar. Die lange Wartezeit und die fehlende Möglichkeit, per SMS benachrichtigt zu werden, führten in diesem Fall zu unnötigen Verzögerungen und Unsicherheiten. Eine einfache Lösung wäre eine SMS-Benachrichtigung, die mit geringen Kosten umgesetzt werden könnte.
Die Frage bleibt: Warum werden solche Anpassungen nicht vorgenommen, obwohl sie leicht umsetzbar wären?

