In München wurde ein 38-jähriger Mann festgenommen, der seine frühere Lebensgefährtin körperlich misshandelt und bedroht hatte. Eine wichtige Hilfe bei der Festnahme war eine Notruf-App auf dem Telefon der gehörlosen Frau.
Vorfall und Notruf-App
Der Vorfall ereignete sich am Mittwoch, den 15. Oktober. Die gehörlose Frau konnte nach dem Übergriff in die Wohnung einer Nachbarin flüchten. Diese verständigte sofort die Polizei. Doch als die Beamten eintrafen, war der 38-jährige Täter bereits verschwunden.
Dank der Unterstützung einer Polizistin, die Gebärdensprache beherrscht, konnte der Frau die „Nora Notruf-App“ auf ihrem Handy installiert werden. Diese App ermöglichte es der Frau, selbst den Polizeinotruf 110 zu kontaktieren und Hilfe zu rufen.
Festnahme des Täters
Am Mittwoch, den 13. November, näherte sich der Täter erneut der Wohnung seiner Ex-Partnerin, obwohl er laut einem gerichtlichen Kontaktverbot aus dem Gewaltschutzgesetz keinen Kontakt zu ihr aufnehmen durfte. Daraufhin alarmierten die Beamten die Polizei. Der Täter wurde in der Nähe des Wohnorts der Frau im Stadtteil Am Hart festgenommen.
Ein Ermittlungsrichter erließ am darauffolgenden Tag, dem 14. November, einen Haftbefehl gegen den 38-Jährigen. Die weiteren Ermittlungen werden vom Kommissariat 22 der Münchener Polizei geführt. Dieses Kommissariat ist zuständig für Fälle von häuslicher Gewalt und Misshandlungen von Schutzbefohlenen.
Bedeutung der Notruf-App
Dieser Vorfall zeigt, wie wichtig barrierefreie Kommunikationsmöglichkeiten für Gehörlose sind. Durch die Nutzung der „Nora Notruf-App“ konnte die Frau in einer Notlage schnell und effektiv Hilfe holen. Die App ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer besseren und sichereren Kommunikation für gehörlose Menschen im Notfall.

