Immer mehr Menschen mit Hörproblemen erhalten Werbung von Hörgeräte-Ketten wie Geers. Besonders auffällig ist der „Geers Fragebogen – Gutes Hören“, der vorgibt, das Hörvermögen einzuschätzen. Auf den ersten Blick wirkt er wie eine nützliche Orientierung. Doch oft steckt hinter solchen Tests mehr Marketing als Hilfe. Viele Teilnehmende berichten von unerwünschten Werbeanrufen oder Post. Die zentrale Frage: Haben Bewerber wirklich einen Vorteil?
Dieser Artikel erklärt, wie der Geers Fragebogen funktioniert, welche Risiken bestehen, warum er für die Deaf-Community besonders relevant ist und wie Sie sich schützen können.
Was ist der Geers Fragebogen „Gutes Hören“?
Der Geers Fragebogen enthält Fragen wie:
- Haben Sie Schwierigkeiten, Gespräche in Gruppen zu verstehen?
- Drehen Sie den Fernseher lauter als andere?
- Verstehen Sie Stimmen am Telefon schlecht?
Am Ende wird oft ein kostenloser Hörtest oder ein Beratungstermin bei Geers angeboten. Der Fragebogen wirkt wie ein Gesundheits-Check, ist aber in erster Linie ein Marketinginstrument, das Interessenten sammelt, die als mögliche Kunden infrage kommen.
Wer profitiert wirklich vom Fragebogen?
- Geers: Das Unternehmen erhält wertvolle Daten – Alter, Kontaktinformationen, Hörprobleme – für gezielte Werbung und Verkauf.
- Teilnehmende: Sie bekommen höchstens eine grobe Selbsteinschätzung. Medizinische Vorteile oder echte Unterstützung gibt es kaum.
Viele Akustiker beherrschen zudem keine Gebärdensprache. Taube Menschen, die den Fragebogen ausfüllen, werden dadurch oft aggressiv zur Weitergabe persönlicher Daten gedrängt, ohne dass ein echter Nutzen entsteht. Das bedeutet, dass ein besonderer Schutzbedarf der Deaf-Community berücksichtigt werden muss.
Risiken: Daten, Werbung und Täuschung
- Datenmissbrauch – Angaben zu Hörproblemen sind sensible Gesundheitsdaten. Viele wissen nicht, dass diese für Werbung genutzt werden können.
- Aggressive Werbung – Nach dem Ausfüllen folgen oft Werbeanrufe, Post oder E-Mails.
- Scheinobjektivität – Der Fragebogen vermittelt den Eindruck medizinischer Beratung, ist aber verkaufsorientiert.
- Einseitige Information – Andere Anbieter oder neutrale Beratungsstellen werden nicht erwähnt.
- Ausnutzung von Tauben Menschen – Da kaum Akustiker Gebärdensprache beherrschen, sind Taube Menschen besonders gefährdet, persönliche Daten weiterzugeben, ohne echten Nutzen zu erhalten.
Warum das für die Deaf-Community wichtig ist
Menschen mit Hörbehinderung stehen oft unter Druck, technische Hilfsmittel zu nutzen. Werbung wie der Geers Fragebogen vermittelt das Gefühl: „Du brauchst dringend ein Hörgerät – hier bei uns.“
Viele Deaf-Personen haben andere Bedürfnisse:
- Nicht jede*r möchte ein Hörgerät.
- Beratung sollte neutral sein, nicht verkaufsorientiert.
- Gesundheitsdaten gehören geschützt, nicht in Werbedatenbanken.
Tipps: So schützen Sie sich vor Nepp
- Genau lesen – Prüfen Sie Datenschutzerklärungen und Hinweise zur Datenverwendung.
- Gesundheitsdaten nur gezielt weitergeben – Nur bei Ärzt*innen oder neutralen Beratungsstellen.
- Unabhängige Beratung suchen – Sozialverbände oder Krankenkassen bieten neutrale Beratung.
- Kostenlose Hörtests kritisch sehen – Ein Test beim Akustiker ersetzt keine ärztliche Diagnose.
- Werbung vermeiden – Den Fragebogen nicht ausfüllen, um Werbeanrufe und E-Mails zu vermeiden.
Rechtlicher Hinweis (Disclaimer)
Dieser Artikel dient journalistischen und informativen Zwecken.
- Aussagen zu Werbung, Datenrisiken oder Nutzung der Fragebögen sind allgemeine Beobachtungen, basierend auf Erfahrungen von Betroffenen.
- Es werden keine individuellen Akustiker oder Mitarbeitende diffamiert.
- Die Hinweise ersetzen keine medizinische Beratung. Für gesundheitliche Fragen wenden Sie sich bitte an Ärzt*innen oder unabhängige Fachstellen.
Fazit
Der Geers Fragebogen „Gutes Hören“ sieht harmlos aus, ist aber vor allem ein Werkzeug zum Datensammeln und Verkaufen. Teilnehmende haben wenig Nutzen, oft folgen Werbung und Überredungsversuche.
Warnung: Gesundheitsdaten sind wertvoll. Geben Sie diese nicht leichtfertig weiter. Nutzen Sie neutrale Beratung bei Ärzt*innen, Sozialverbänden oder Krankenkassen, um selbstbestimmt zu entscheiden, ob, wann und welches Hörgerät passend ist.
Merken Sie sich: Nicht jeder Fragebogen hilft – manche öffnen nur Türen für Werbung und Nepp. Besonders für Taube Menschen ist Vorsicht geboten, da viele Akustiker Gebärdensprache nicht beherrschen.

