Der Freistaat Bayern hat eine Einmalzahlung von 145 Euro als Corona-Entschädigung für gehörlose Menschen angekündigt. Diese Maßnahme soll die zusätzlichen Belastungen ausgleichen, die während der Pandemie für gehörlose Menschen entstanden sind. Doch in der Gehörlosengemeinschaft wird die Zahlung überwiegend als unzureichend und symbolisch kritisiert.
Besondere Herausforderungen für Gehörlose während der Pandemie
Die Pandemie hat die Lebenssituation gehörloser Menschen erheblich erschwert:
- Maskenpflicht: Durch den Wegfall der Mimik und das Verdecken der Lippen wurde die Kommunikation massiv beeinträchtigt.
- Mangel an Dolmetschern: Viele Gehörlose hatten Schwierigkeiten, Gebärdensprachdolmetscher für Arztbesuche, Behördengänge oder digitale Veranstaltungen zu organisieren.
- Eingeschränkte Teilhabe: Informationen zu den Corona-Maßnahmen waren oft nicht barrierefrei zugänglich, was die Orientierung im Alltag erschwerte.
Diese Herausforderungen führten zu erheblichen Mehrkosten, etwa für spezielle Masken mit Sichtfenstern, technische Hilfsmittel oder private Dolmetscherdienste.
Kritik an der Höhe der Einmalzahlung
Die Einmalzahlung von 145 Euro wird als völlig unzureichend angesehen, um die tatsächlichen finanziellen Belastungen auszugleichen. Besonders ärgerlich ist, dass die Zahlung einmalig ist und keine langfristige Unterstützung bietet. Gehörlose Menschen empfinden dies als ein Zeichen mangelnder Wertschätzung und fehlender Anerkennung ihrer besonderen Bedürfnisse.
Forderungen der Gehörlosengemeinschaft
- Einführung eines Gehörlosengeldes: Eine regelmäßige finanzielle Unterstützung wäre ein nachhaltiger Ansatz, um die besonderen Lebensumstände gehörloser Menschen auszugleichen.
- Bessere Barrierefreiheit: Behörden, Gesundheitseinrichtungen und Bildungsträger sollten verpflichtet werden, barrierefreie Kommunikation sicherzustellen.
- Rückmeldung an die Politik: Gehörlose Organisationen fordern einen Dialog, um ihre Perspektiven in zukünftige Entscheidungen einzubringen.
Fazit
Die Einmalzahlung von 145 Euro als Corona-Entschädigung ist zwar ein erster Schritt, wird jedoch der Lebensrealität gehörloser Menschen nicht gerecht. Sie gleicht die tatsächlichen Kosten und Belastungen während der Pandemie nicht annähernd aus. Ein Gehörlosengeld oder andere langfristige Maßnahmen wären notwendig, um eine gerechte Unterstützung zu gewährleisten und die Inklusion in Bayern zu fördern.

