Seit Jahrzehnten kämpfen Gehörlose in Deutschland gegen Kommunikationsbarrieren. Behörden, Krankenhäuser, Polizei – überall fehlt die barrierefreie Kommunikation. Trotz jahrzehntelanger Arbeit des Deutschen Gehörlosen-Bundes (DGB), gegründet 1950, haben sich die Bedingungen kaum verbessert. Selbst die World Federation of the Deaf (WFD), gegründet 1951, konnte den DGB nach Ansicht von Deaf24 nicht zu wirksamer Hilfe bewegen. Deaf24 kritisiert daher scharf: Nach über 50 Jahren Organisationen und Strukturen gibt es keine echten Lösungen für die alltäglichen Probleme Gehörloser.
Hinweis: Die folgende Darstellung gibt die Bewertung und Meinung von Deaf24 wieder.
Überall Barrieren: Behörden, Gesundheit, Polizei
Gehörlose stoßen in vielen Lebensbereichen auf unüberwindbare Hindernisse. Bei Ämtern, Sozialbehörden und Jugendämtern fehlen klare Kommunikationsmöglichkeiten. Dolmetscher sind oft schwer erreichbar, die Wartezeiten sind lang, und wichtige Informationen gehen verloren.
Im Gesundheitswesen wird es noch schwieriger: Krankenhäuser und Arztpraxen sind nach Erfahrung vieler Gehörloser kaum auf barrierefreie Kommunikation vorbereitet. Kommunikationsprobleme können zu Missverständnissen, falschen Diagnosen und zusätzlichem Stress führen. Auch bei der Polizei und anderen Sicherheitsbehörden bestehen laut Deaf24 weiterhin erhebliche Schwierigkeiten. Die Folge: Gehörlose werden benachteiligt und wichtige Rechte bleiben oft ungeschützt.
GSD-Einsätze: bürokratisch, unflexibel, ineffizient
Die Organisation von Gebärdensprachdolmetschern (GSD) ist stark bürokratisiert. Viele Gehörlose berichten von langen Wartezeiten, unzuverlässigen Dolmetschern und ineffizienten Vermittlungen. Teilweise fahren Dolmetscher weite Strecken für kurze Einsätze, während andere Gehörlose gar keinen Zugang erhalten.
Zudem wird häufig die Wahlfreiheit der Gehörlosen ignoriert. Kommunikationsassistenten, die viele Gehörlose als besser geeignet empfinden, werden von GSD-Vermittlungen laut Deaf24 nicht vermittelt oder abgelehnt. Dadurch wird eine echte Selbstbestimmung der Gehörlosen untergraben.
WFD und DGB: Jahrzehnte ohne Fortschritt
Die World Federation of the Deaf (WFD), gegründet 1951, sollte weltweit für die Rechte Gehörloser eintreten. Doch selbst dieser internationale Druck konnte den DGB nach Einschätzung von Deaf24 nicht zu wirksamer Unterstützung bewegen. Jahrzehntelang blieb vieles beim Alten: Barrieren bestehen fort, die Organisation versagt bei der Lösung von Problemen, und Gehörlose fühlen sich im Stich gelassen.
Deaf24 betont: Nach über 50 Jahren Arbeit des DGB gibt es faktisch null Fortschritt. Beschwerden, Anfragen und Forderungen nach besseren Strukturen und Hilfen werden nach Ansicht der Redaktion kaum umgesetzt. Die Organisation konzentriert sich auf Selbstzweck, statt die alltäglichen Bedürfnisse der Gehörlosen wirksam zu vertreten.
Praktische Folgen für Gehörlose
Die Konsequenzen dieser Untätigkeit sind gravierend:
- Eingeschränkter Zugang zu Behörden – Gehörlose sind oft auf Begleitung angewiesen oder riskieren Missverständnisse.
- Eingeschränkter Zugang zu Gesundheit – Falsche Diagnosen und unzureichende Behandlung sind möglich.
- Benachteiligung bei Polizei und Sicherheit – Gehörlose haben keinen gleichwertigen Zugang zu Schutz und Hilfe.
- Verlust der Selbstbestimmung – Ohne Wahlmöglichkeiten bei Dolmetschern oder Kommunikationsassistenten bleibt Gehörlosen die Entscheidung über ihre eigene Kommunikation verwehrt.
Fazit
Nach über 50 Jahren Organisationen wie DGB und WFD hat sich die Situation der Gehörlosen nach Ansicht von Deaf24 kaum verbessert. Bürokratische Hürden, fehlende Wahlmöglichkeiten und ineffiziente Dolmetschvermittlung behindern den Alltag massiv. Deaf24 kritisiert scharf: DGB löst keine Probleme – null Fortschritt, null Lösungen.
Es ist an der Zeit, dass Gehörlose selbstbestimmt über ihre Kommunikation entscheiden können und Organisationen endlich wirksame Strukturen schaffen. Nur so kann echte Barrierefreiheit Realität werden.

