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Wie seriös ist die Deutsche Vermögensberatung (DVAG)?

by info@deaf24.com

Viele Menschen wollen ihre Finanzen besser organisieren: Sie suchen Hilfe bei Themen wie Geldanlage, Versicherung, Altersvorsorge oder Immobilienkauf. Auch gehörlose Menschen interessieren sich dafür. Doch oft ist es schwer, eine Beratung in barrierefreier Gebärdensprache zu bekommen.

Einige Finanzberater bieten inzwischen Beratung in Deutscher Gebärdensprache (DGS) an. Das wirkt auf den ersten Blick sehr vertrauensvoll. Doch: Nicht jeder DGS-Berater arbeitet unabhängig oder neutral. Ein Beispiel dafür ist die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) – ein großes Finanzunternehmen, das durch Provisionen Geld verdient.

Was ist die DVAG?

Die Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) wurde 1975 gegründet. Sie ist eines der größten Finanzvertriebsunternehmen in Deutschland. Dort arbeiten über 18.000 selbstständige Berater. Die DVAG verkauft Produkte von bestimmten Partnerunternehmen, z. B.:

  • Generali (Versicherungen),
  • Deutsche Bank (Bankprodukte),
  • Allianz Global Investors (Geldanlagen).

DVAG-Berater sind keine unabhängigen Experten. Sie beraten nur über Produkte ihrer Partnerfirmen und erhalten dafür Provisionen – also Geld dafür, dass ein Vertrag unterschrieben wird.

Ist die DVAG seriös?

Ja, die DVAG ist ein rechtlich anerkanntes Unternehmen. Die Berater unterliegen gesetzlichen Regeln und werden z. B. von der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) kontrolliert. Es gibt keine Hinweise auf Betrug oder Illegalität.

Aber: Die Beratung ist nicht kostenlos, obwohl viele das glauben. Die DVAG bekommt Provisionen von den Produktanbietern – und diese Kosten trägt immer der Kunde, zum Beispiel durch:

  • Abschlusskosten bei Lebens- oder Rentenversicherungen,
  • Ausgabeaufschläge bei Investmentfonds,
  • lange Laufzeiten und teure Kündigungsbedingungen.

Das bedeutet: Je teurer ein Vertrag für den Kunden, desto mehr verdient der Berater.

Auch in Gebärdensprache: Trotzdem kritisch bleiben

Manche Finanzberater beherrschen Deutsche Gebärdensprache (DGS). Das kann die Beratung für Gehörlose erleichtern – sie fühlen sich besser verstanden und trauen sich, Fragen zu stellen. Ein Beispiel:
„deaf_finance – Der Finanzberater für Gehörlose“

  • über 25 Jahre Erfahrung,
  • spezialisiert auf Geldanlage, Immobilien, Altersvorsorge, Versicherungen,
  • Beratung in Gebärdensprache (DGS),
  • verspricht barrierefreie Kommunikation.

Das klingt gut – und kann hilfreich sein. Aber trotzdem gilt:

Auch ein Finanzberater, der DGS kann, kann Interessenkonflikte haben. Wenn er – wie bei DVAG – auf Provisionen arbeitet, verdient er daran, was du unterschreibst.

Deshalb sollten Gehörlose nicht nur auf die Sprache achten, sondern auch auf die Transparenz der Beratung und die Unabhängigkeit des Anbieters.

Wichtige Fragen für gehörlose Kund*innen

Bevor du einen Vertrag unterschreibst, frage deinen Berater – am besten schriftlich:

  1. Welche Firmen stehen hinter den Angeboten?
    → Kann ich Produkte von verschiedenen Anbietern vergleichen?
  2. Wie verdienen Sie Geld?
    → Bekommen Sie eine Provision? Wie hoch ist die?
  3. Was kostet mich der Vertrag wirklich?
    → Gibt es Abschlusskosten, Gebühren oder versteckte Kosten?
  4. Wie lange läuft der Vertrag?
    → Gibt es Kündigungsfristen? Was passiert bei vorzeitiger Kündigung?
  5. Was ist, wenn ich meine Meinung ändere?
    → Gibt es ein Widerrufsrecht? Kann ich wechseln?

Tipps für Gehörlose: So schützt du dich

Lass dir alles schriftlich geben – auch in einfacher Sprache oder als DGS-Video.
Unterschreibe nicht sofort – nimm dir Bedenkzeit.
Vergleiche Angebote mit anderen Anbietern oder auf Verbraucherportalen.
Hol dir eine zweite Meinung – z. B. bei der Verbraucherzentrale.
Nimm bei wichtigen Gesprächen eine Vertrauensperson mit.
Achte auf die Laufzeit und Kündigungsbedingungen.
Frag andere Gehörlose nach ihren Erfahrungen – z. B. in Foren oder Gruppen.

Fazit

Die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) ist ein legales und seriöses Unternehmen – aber kein unabhängiger Finanzberater. Die Berater verkaufen Produkte bestimmter Firmen und bekommen Provisionen. Das bedeutet: Ihre Empfehlungen sind oft nicht neutral, sondern vom Verdienst beeinflusst.

Auch wenn ein Berater in Gebärdensprache berät, sollten gehörlose Kund*innen sehr aufmerksam und kritisch sein. DGS ist ein großer Vorteil – aber keine Garantie für faire Beratung.

Finanzthemen sind kompliziert. Verträge über Altersvorsorge, Versicherungen oder Geldanlage haben oft lange Laufzeiten und hohe Kosten. Fehler können teuer sein.

Deaf24 empfiehlt:

Lass dich gerne beraten – aber stelle viele Fragen, nimm dir Zeit und hole dir unabhängige Meinungen ein. Sprache schafft Vertrauen. Aber die Finanzentscheidung triffst du – und du trägst die Folgen.

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