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Taub und ausgeschlossen: Nigerias Hochschulen versagen

by info@deaf24.com

Nigeria wirbt international mit dem Ziel der inclusive education. Doch für viele gehörlose Studierende ist dieses Versprechen weit entfernt von der Realität. Obwohl rund 150 deaf students in Nigerian universities eingeschrieben sind, fehlt ihnen in Vorlesungen nahezu alles, was sie für gleichen Bildungszugang benötigen: professionelle sign language interpreters Nigeria, technische Hilfen und funktionierende Unterstützungsstrukturen.

Das Ergebnis: Isolation, Leistungsabfall und ein Hochschulsystem, das Menschen mit Hörbehinderungen systematisch zurücklässt. Während die Regierung Inklusion betont, kämpfen die Betroffenen täglich ums bloße Verstehen.

 

Fehlende Dolmetscher zerstören Bildungswege

Der Fall von Habiba Yusuf, Absolventin der Bayero University Kano, macht sichtbar, wie lückenhaft die inclusive education Nigeria tatsächlich ist. Beim National Youth Service Corps (NYSC), das für alle Hochschulabsolvent*innen verpflichtend ist, fand sie in keinem einzigen Camp einen Gebärdensprachdolmetscher.

Sie durfte nicht einmal einen eigenen Interpreter mitbringen.
Ihre Worte:
„Ich war dort – aber eigentlich ausgeschlossen. Niemand erklärte mir etwas.“

In vielen Universitäten ist die Lage ähnlich. An Habibas Uni betreut eine Dolmetscherin fast 30 deaf students. Keine Vorlesung lässt sich so barrierefrei verfolgen. Für viele bedeutet das: Sie bestehen Prüfungen nur mit Glück – oder scheitern komplett.

 

Wie Hochschulen deaf students Nigeria übersehen

Eine Studie aus dem International Journal of Assessment and Evaluation in Education (2023) zeigt eindeutig: Ohne Untertitel, klare Kommunikation und Dolmetscher*innen haben deaf university students Nigeria deutlich schlechtere Lernergebnisse.

Abel Dauda, Sprecher der National Association of Nigerian Deaf Students (NANDS), schildert große Probleme an seiner Universität:
„Unsere Dolmetscherin ist nicht ausgebildet. Vieles ist für uns unverständlich.“

Häufig verweigern Dozierende hörenden Studierenden, freiwillig zu dolmetschen. Stattdessen verweisen sie auf Transkriptions-Apps. Doch die funktionieren ohne stabiles Internet kaum. Für viele deaf students Nigeria bedeutet das, ständig wichtige Informationen zu verpassen: Testtermine, Abgaben, Änderungen.

Dauda fordert deshalb:

  • mehr professionelle sign language interpreters Nigeria
  • verpflichtenden Gebärdensprachunterricht für Lehrende
  • Komitees für Inklusion an allen Hochschulen

 

Isolation im Hörsaal – viele Betroffene sind Einzelkämpfer

Für manche ist die Lage noch dramatischer.
Emmanuel Stephen, einziger gehörloser Student an der Federal University Lokoja, erzählt:
„Ich verstehe wirklich nichts. Keine Dolmetscher, keine technische Hilfe, kein Zentrum für Barrierefreiheit.“

Andere Hochschulen haben zwar Zentren für Studierende mit Behinderungen – wie die University of Ilorin (UNILORIN). Doch auch dort sind die Ressourcen knapp.

Der Jurastudent Awwal Kamaldeen Olawale berichtet:
„Ein Interpreter muss oft drei Studierende in verschiedenen Fakultäten gleichzeitig betreuen. Das ist unmöglich.“

Die stellvertretende Zentrumsleiterin Dr. Alaba Paulina Kolawole bestätigt:
„Wir haben neun Dolmetscher*innen für 23 gehörlose Studierende. Eigentlich bräuchten wir eine 1-zu-1-Unterstützung.“

Viele Studierende sind deshalb trotz offizieller Einschreibung faktisch vom Unterricht ausgeschlossen — ein zentrales Problem im Kampf um inclusive education Nigeria.

 

Fachkräftemangel und Technikprobleme verschärfen die Lage

Sonderpädagogik-Dozent Hassan Garba Wangara kritisiert, dass viele Lehrkräfte keine Kenntnisse in Gebärdensprache besitzen. Für deaf university students Nigeria bedeutet das, dass sogar einfache Fragen nicht verstanden werden.

Er fordert:

  • verpflichtende Gebärdensprachschulungen
  • anti-bias-Trainings
  • mehr Ausbildungsprogramme für Dolmetscher*innen

Auch technische Hilfen fehlen fast überall. Untertitelsoftware, bessere Internetverbindungen oder Video-Übertragungen könnten Barrieren abbauen – existieren aber kaum. Ohne staatliche Förderung bleibt inclusive education Nigeria ein theoretisches Konzept.

 

UNILORIN zeigt: Inklusion kann funktionieren

Die University of Ilorin gilt dennoch als positives Beispiel. Ihr Centre for Students with Special Needs unterstützt Bewerbungen, organisiert Dolmetschdienste und stellt auf Bedarf Hörgeräte bereit.

Doch selbst dort reichen die Kapazitäten nicht. Kolawole fordert regionale Zentren:
„Studierende sollten nicht hunderte Kilometer reisen müssen, um Unterstützung zu erhalten.“

 

Fazit: Nigeria braucht echte Inklusionspolitik

Der Discrimination Against Persons with Disabilities Act (2018) garantiert gleiche Rechte. Doch solange es zu wenige sign language interpreters Nigeria, kaum technische Hilfen und fehlende Schulungen gibt, bleibt inclusive education Nigeria ein Versprechen ohne Umsetzung.

Um echte Bildungsgerechtigkeit zu erreichen, braucht Nigeria:

  • 1 Dolmetscher*in pro 5 deaf students
  • regionale Unterstützungszentren
  • Gebärdensprache als Pflichtfach für Lehrkräfte
  • Technikförderung und sicheren Internetzugang

Erst wenn diese Schritte umgesetzt werden, haben deaf students Nigeria die gleichen Chancen wie hörende Studierende – und Inklusion wird Wirklichkeit statt Schlagwort.

Bild von Adeboro Odunlami auf Pixabay

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