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Diskriminierung von gehörlosen Menschen in Frankreich – heute noch Realität

by info@deaf24.com

Viele Menschen glauben, dass gehörlose und schwerhörige Menschen in Frankreich heute gleichberechtigt leben. Doch das stimmt nicht. In vielen Bereichen erleben gehörlose Menschen immer noch starke Benachteiligungen – zum Beispiel bei Ämtern, in der Schule, bei der Arbeit oder im Alltag. Diese Diskriminierung ist oft unsichtbar für hörende Menschen, aber für gehörlose Menschen ein tägliches Problem.

In welchen Bereichen gibt es Diskriminierung?

1. Zugang zu öffentlichen Diensten:
39 % der gehörlosen Menschen sagen, dass sie bei Ämtern oder öffentlichen Stellen Diskriminierung erleben. Oft gibt es keine Dolmetscher*innen für Gebärdensprache oder keine barrierefreien Informationen.

2. Arbeit und Jobsuche:
34 % berichten, dass sie wegen ihrer Gehörlosigkeit keinen Job bekommen. Bei Bewerbungstests zeigt sich: Hörende Bewerber*innen haben deutlich mehr Chancen als gehörlose.

3. Schule und Bildung:
Besonders junge Menschen unter 35 Jahren haben Diskriminierung in der Schule erlebt – 42 % geben das an. Viele Schulen sind nicht barrierefrei, und Lehrkräfte kennen sich mit Gehörlosigkeit nicht aus.

4. Soziale Isolation:
Fast die Hälfte aller befragten gehörlosen Menschen fühlt sich oft einsam oder ausgeschlossen. Viele sagen, dass das schlimmer ist als Spott oder Langeweile.

Warum passiert das?

– Mangelndes Wissen und fehlende Anerkennung:
Viele Menschen – auch Politiker*innen – wissen wenig über Gehörlosigkeit und Gebärdensprache. Das führt zu fehlender Unterstützung und falschen Entscheidungen.

– Kommunikationsbarrieren:
Es gibt zu wenige Gebärdensprachdolmetscher*innen. In vielen Einrichtungen können die Mitarbeitenden keine Gebärdensprache. Das macht Gespräche und Teilhabe sehr schwierig.

– Schlechter Zugang zu Bildung und Ausbildung:
Gehörlose Menschen haben oft weniger Chancen auf gute Schulabschlüsse oder Berufsausbildungen. Das liegt auch an fehlender barrierefreier Unterstützung.

– Hohe Arbeitslosigkeit:
Viele gehörlose Menschen finden keine Arbeit, obwohl sie qualifiziert sind. Es gibt immer noch viele Vorurteile und wenig Unterstützung am Arbeitsplatz.

Wichtige Zahlen

  • 22 % aller Diskriminierungsfälle in Frankreich im Jahr 2024 betreffen Menschen mit Behinderung – vor allem im Bereich Arbeit und Bildung.
  • 45 % der Menschen mit Behinderung haben in ihrem Leben mindestens einmal Diskriminierung wegen ihres Gesundheitszustands erlebt.

Was wünschen sich gehörlose Menschen?

  • Mehr Anerkennung durch die Politik: 54 % wünschen sich, dass ihre Lebenssituation und Bedürfnisse endlich ernst genommen werden.
  • Gebärdensprache an Schulen und Arbeitsplätzen: So können Barrieren abgebaut und echte Teilhabe ermöglicht werden.
  • Mehr professionelle Gebärdensprachdolmetscher*innen: Damit wichtige Gespräche – z. B. mit Ärztinnen, Lehrerinnen oder im Amt – möglich sind.

Fazit

Auch wenn es heute Gesetze zum Schutz von Menschen mit Behinderung gibt, erleben viele gehörlose Menschen in Frankreich weiterhin Ausgrenzung. Sie fordern keine Sonderrechte, sondern gleiche Chancen. Dafür braucht es mehr Gebärdensprache, bessere Barrierefreiheit und einen echten politischen Willen. Erst wenn gehörlose Menschen wirklich gehört und verstanden werden, kann es echte Gleichberechtigung geben.

Bild von Orna auf Pixabay

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