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Polizei und Gehörlose: So verbessert Montreal die Kommunikation

by info@deaf24.com

In Montreal in Kanada zeigt ein neues Projekt, wie Polizei und Gehörlose besser miteinander sprechen können. Dolmetscher und klare Regeln helfen, Missverständnisse zu vermeiden. Gehörlose fühlen sich sicherer und vertrauen der Polizei mehr. Dieses Beispiel kann auch in Deutschland ein Vorbild sein.

 

In der Stadt Montreal gibt es eine wichtige Veränderung. Die Polizei arbeitet enger mit gehörlosen Menschen zusammen. Die Polizei heißt Service de police de la Ville de Montréal.

Das Ziel ist klar:

  • Weniger Angst
  • Mehr Vertrauen
  • Bessere Kommunikation

Ein Zeitungsartikel vom 23. März 2026 berichtet darüber. Die Journalistin Jessica Nadeau hat das Thema erklärt.

Warum ist das wichtig?
Weil viele gehörlose Menschen Probleme mit der Polizei haben. Nicht nur in Kanada. Auch in Deutschland.

Darum schauen wir genau hin. Und erklären alles in sehr einfacher Sprache.

 

Eine persönliche Geschichte: Vertrauen wächst

Eine junge Frau steht im Mittelpunkt.
Sie heißt Wedaifry Franchesca Morales.
Sie ist 19 Jahre alt und schwerhörig.

Sie traf eine Polizistin:
Amélie Gariup-Costa, 33 Jahre alt.

Am Anfang hatten beide Angst:

  • Wedaifry dachte: „Versteht sie mich?“
  • Amélie dachte: „Wie spreche ich mit ihr?“

Dann passierte etwas Wichtiges:
Sie trafen sich per Video.
Sie sprachen langsam.
Sie schauten sich ins Gesicht.

Wedaifry kann gut von den Lippen lesen.
Das half sehr.

Mit der Zeit wurden sie sicherer.
Dann passierte noch mehr:
Sie wurden Freundinnen.

Heute hilft Amélie ihren Kollegen.
Sie gibt einfache Tipps:

  • Immer ins Gesicht schauen
  • Mund nicht verdecken
  • Langsam und klar sprechen

Das sind kleine Dinge.
Aber sie machen einen großen Unterschied.

 

Warum dieses Projekt nötig ist

Viele gehörlose Menschen haben Angst vor der Polizei.

Warum?

  • Sie verstehen Anweisungen nicht
  • Polizisten verstehen sie nicht
  • Es kommt zu Stress

Manche denken sogar:
„Die Polizei behandelt mich unfair.“

Oft ist das Problem aber nicht böse Absicht.
Das Problem ist Kommunikation.

Eine wichtige Person ist Lucie Nault.

Sie arbeitet bei ReQIS.
Das ist ein Netzwerk für gehörlose Menschen in Québec.

Sie sagte zur Polizei:
„Wir brauchen Veränderungen!“

Die Polizei hörte zu.

Der Polizeichef Fady Dagher und
der Kommandant Jean-Sébastien Marcotte sagten:
„Ja, wir machen mit.“

 

Was wurde konkret verbessert?

Die Polizei und gehörlose Menschen arbeiten jetzt zusammen.

Sie entwickeln neue Lösungen:

1. Klare Regeln

  • Wann wird ein Dolmetscher gerufen?
  • Wie spricht man richtig mit Gehörlosen?

2. Gebärdensprache lernen

Polizisten lernen die Gebärdensprache aus Québec.
Sie heißt LSQ (Langue des signes québécoise).

3. Verhalten bei Kontrollen ändern

Beispiel: Auto-Kontrolle
Früher:

  • Polizist steht seitlich
  • Fahrer sieht den Mund nicht

Heute:

  • Polizist zeigt sein Gesicht
  • Fahrer kann Lippen lesen

Das erhöht Sicherheit für beide Seiten.

 

Dolmetscher: Ein großes Problem

Ein sehr wichtiges Thema sind Dolmetscher.

Früher war es oft so:

  • Kein Dolmetscher verfügbar
  • Familie musste helfen

Das ist problematisch:

  • Familie ist nicht neutral
  • Es können Fehler passieren
  • Es kann gefährlich werden

Die Polizei kann dann falsche Entscheidungen treffen.

Deshalb will die Polizei jetzt:

  • Immer professionelle Dolmetscher einsetzen
  • Schnell reagieren
  • Klare Regeln für alle

Das macht alles gerechter.

 

Erste Ergebnisse: Es wirkt

Das Projekt zeigt schon Erfolge:

  • Gehörlose Menschen haben weniger Angst
  • Sie fühlen sich sicherer
  • Vertrauen wächst

Das ist ein großer Schritt.

Die Stadt Montreal ist ein Test-Ort.
Wenn es dort funktioniert, kann es auch anderswo funktionieren.

 

Was bedeutet das für Deutschland?

Auch in Deutschland gibt es Probleme.

Zum Beispiel:

  • Kein Dolmetscher vor Ort
  • Familie muss übersetzen
  • Missverständnisse

Eine wichtige Organisation ist
Deutscher Gehörlosen-Bund.

Der Verband fordert:

  • Mehr Rechte für Gehörlose
  • Immer Dolmetscher in DGS (Deutsche Gebärdensprache)

Auch Städte wie Berlin, Nürnberg oder Schwabach können etwas lernen.

Ideen aus Montreal:

  • Gemeinsame Projekte starten
  • Polizei und Gehörlose zusammenbringen
  • Schulungen durchführen

 

Praktische Tipps für Gehörlose

Wenn Sie Kontakt mit der Polizei haben:

  • Ruhig bleiben
  • Zeigen: „Ich bin gehörlos“
  • Karte oder Text vorbereiten
  • Schreiben oder Handy nutzen
  • Dolmetscher verlangen

Wichtig:
Sie haben ein Recht auf Verständigung.

 

Tipps für Polizisten

  • Prüfen: Kann die Person hören?
  • Immer ins Gesicht schauen
  • Langsam sprechen
  • Mund sichtbar lassen
  • Kurze Sätze nutzen
  • Dolmetscher rufen (nicht Familie!)
  • Schulungen besuchen

 

Warum das Thema so wichtig ist

Es geht um Rechte.

Die UN-Behindertenrechtskonvention sagt:
Alle Menschen müssen gleich behandelt werden.

Auch bei der Polizei.

Ohne Kommunikation gibt es:

  • Angst
  • Fehler
  • Ungerechtigkeit

Mit guter Kommunikation gibt es:

  • Vertrauen
  • Sicherheit
  • Respekt

 

Fazit: Ein Vorbild für die Zukunft

Montreal zeigt:
Veränderung ist möglich.

  • Polizei hört zu
  • Gehörlose werden einbezogen
  • Lösungen entstehen gemeinsam

Das Ergebnis:
Mehr Vertrauen auf beiden Seiten.

Deutschland kann davon lernen.

Wenn Polizei und Gehörlose zusammenarbeiten,
entsteht etwas Starkes:
Verständnis. Sicherheit. Menschlichkeit.

Photo: Valérian Mazataud Le Devoir

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