Home LifestyleGesundheitGentherapie ermöglicht Hören bei gehörlosem Mädchen

Gentherapie ermöglicht Hören bei gehörlosem Mädchen

by info@deaf24.com

Schweden – Ein medizinischer Meilenstein gibt Hoffnung: Die erst 11 Monate alte Opal Sandy aus Großbritannien kann dank einer bahnbrechenden Gentherapie erstmals hören. Das Mädchen wurde mit einer seltenen genetischen Form von Taubheit geboren, verursacht durch einen Defekt im OTOF-Gen. Durch eine einmalige Injektion ins Innenohr gelang es Ärzt:innen, das defekte Gen zu ersetzen – ein Durchbruch, der die Behandlung von Ertaubung revolutionieren könnte.

Ein medizinischer Durchbruch mit weltweiter Bedeutung

Opal ist die jüngste Patientin weltweit, die mit dieser experimentellen Therapie behandelt wurde. Forschende injizierten ein harmloses Virus in ihre Cochlea, das eine korrigierte Version des OTOF-Gens transportierte. Dieses Gen ist essenziell für die Weiterleitung von Schallsignalen an das Gehirn. Bereits vier Wochen nach dem Eingriff reagierte Opal erstmals auf Geräusche: Sie drehte sich beim Klatschen ihrer Eltern um und lachte überrasscht.

Wie die Therapie funktioniert

  • Zielgen: OTOF sorgt für das Protein Otoferlin, das Hörsinneszellen verbindet.
  • Viren als „Taxi“: Modifizierte Viren bringen die intakte Genversion ins Innenohr.
  • Minimalinvasiv: Der Eingriff dauert nur Minuten und erfolgt unter Narkose.

Laut dem behandelnden Team des Cambridge University Hospitals könnte die Methode auch bei anderen genetisch bedingten Hörstörungen eingesetzt werden. Schätzungen zufolge könnten allein in Deutschland über 20.000 Menschen von ähnlichen Defekten betroffen sein.

Fazit: Ein neues Zeitalter der Hörmedizin

Opals Erfolgsgeschichte markiert einen Wendepunkt. Bisher waren Cochlea-Implantate die einzige Option für viele Gehörlose – doch sie verstärken nur Schall, statt natürliches Hören wiederherzustellen. „Diese Therapie könnte irgendwann Implantate ersetzen“, erklärt Dr. Simon Reid, einer der Studienleiter.

Dennoch bleiben Herausforderungen: Die Langzeitwirkung muss erforscht werden, und die Kosten sind noch hoch. Doch die Studie, an der auch die Pharmafirma Regeneron beteiligt ist, läuft weiter. Bis 2026 soll die Therapie zugelassen werden. Für Opal und ihre Familie ist der Effekt schon jetzt ein Wunder: „Als sie zum ersten Mal auf ihren Namen reagierte, weinten wir vor Glück“, sagt ihre Mutter.

Dieser Fortschritt zeigt: Gentherapie kann nicht nur Leben retten, sondern auch Sinneswelten öffnen.

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